Zeitung Heute : Friedländers Bazaar

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Vergängliche Kunst auf Pergament: Bis ins erste Drittel des 20. Jahrhunderts spielten Modezeichnungen eine wichtige Mittler-Rolle zwischen Couturier und Käufer. Lieselotte Friedlaender - hier mit einem Selbstporträt von 1927 - war eine der talentiertesten und erfolgreichsten Pressezeichnerinnen der Weimarer Republik. Als künstlerische Leiterin des "Moden-Spiegels", einer wöchentlichen Beilage des "Berliner Tageblatts", entwickelte sie die Modebeilage zu einem in der Branche anerkannten und von den Leserinnen begeistert aufgenommenen Journal. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 endete Liselotte Friedlaenders Laufbahn abrupt. Als so genannte Vierteljüdin durfte sie ihren Beruf nicht weiter ausüben. Nach Kriegsende konnte sie nicht wieder an ihre Karriere anknüpfen und geriet noch zu Lebzeiten in Vergessenheit.

Obwohl ein großer Bestand an Werken von Liselotte Friedlaender in Museen vorhanden ist, ist das künstlerische Werk der Zeichnerin - wie ihres gesamten Berufsstandes - heute fast in Vergessenheit geraten. Jetzt erinnert Burcu Dogramaci in ihrer Studie "Liselotte Friedlaender" wieder an die Zeichnerin. Die Autorin, die gelegentlich für den Tagesspiegel schreibt, widmet sich über die Rekonstruktion des Lebens von Liselotte Friedlaender hinaus auch dem gesamten Genre der Presse- und Modegraphik der zwanziger Jahre.

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