Zeitung Heute : Friedlicher Auftakt in Kreuzberg Zehntausende feiern 1. Mai

Polizei zeigt starke Präsenz

Berlin/Hamburg - Während der verschiedenen Mai-Demonstrationen hat es in Berlin keine größeren Zwischenfälle gegeben. Auf dem „Myfest“ in Berlin- Kreuzberg versammelten sich am Sonntagnachmittag mehrere zehntausend Menschen. Darunter mischten sich zwar auch einige hundert Autonome. Allerdings blieb es bis zum frühen Abend ruhig. Die Polizei zeigte das gesamte Wochenende über mit einem großen Aufgebot starke Präsenz. Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) zog eine positive Bilanz. „Das ist der friedlichste 1. Mai, den ich je erlebt habe“, sagte er dem Tagesspiegel. Körting ist seit zehn Jahren im Amt.

Auch in der Nacht von Samstag auf Sonntag, der Walpurgisnacht, gab es kaum größere Ausschreitungen. Die Polizei sprach am Sonntagmorgen gegenüber dem Tagesspiegel von einer „verhältnismäßig ruhigen Walpurgisnacht“. Bis zum Morgen wurden insgesamt 58 Personen vorübergehend festgenommen und 13 Platzverweise ausgesprochen. Gegen die Randalierer wird wegen schweren Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.

Kleinere Auseinandersetzungen zwischen Autonomen und Polizei hat es dagegen in Hamburg gegeben. Die Polizei zählte elf verletzte Beamte, 17 Festnahmen, ein brennendes Bundeswehrauto und Schäden an Gebäuden. Hamburgs Innensenator Michael Neumann (SPD) sagte: „Die Polizei hat durch entschlossenes Eingreifen Schlimmeres verhindert.“

Bundesweit nahmen am Sonntag mehr als 400 000 Menschen an Demonstrationen zum Tag der Arbeit teil. Dabei hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) von der Bundesregierung einen stärkeren Einsatz für menschenwürdige Arbeitsbedingungen gefordert. Auf der Hauptkundgebung zum 1. Mai sagte DGB-Chef Michael Sommer in Kassel, die Gewerkschaften würden nicht zulassen, dass Arbeit weiter entwertet, entrechtet und jeder Perspektive beraubt werde. Ha/gn/ctr/dapd/dpa

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