Zeitung Heute : Frostschutz für die Fische

Damit Pflanzen und Tiere den Winter gut überstehen, gibt es rund um den Gartenteich jetzt einiges zu tun

Der Sumpf-Roseneibisch (Hibiscus moscheutos) ist gut für die Uferregion geeignet. Als Schutz gegen strenge Fröste empfiehlt sich eine leichte Laubdecke. Foto: Tassilo Wengel
Der Sumpf-Roseneibisch (Hibiscus moscheutos) ist gut für die Uferregion geeignet. Als Schutz gegen strenge Fröste empfiehlt sich...

Stellt sich im Garten allmählich Vegetationsruhe ein, dann fällt auch das Leben im Teich langsam in den Winterschlaf. Viel Aufmerksamkeit braucht das Gewässer im Winter nicht. Aber damit Pflanzen und Tiere die kalte Jahreszeit gut überstehen, gibt es noch einiges vorzubereiten.

Erheblichen Ärger bereitet oft das Laub umstehender Bäume, das auf den Boden des Teiches sinkt und zur Bildung einer Schlickschicht beiträgt. Bei der Rotte wird viel Sauerstoff verbraucht, und auch Nährstoffe werden freigesetzt. Außerdem bilden sich im Wasser giftige Faulgase, die Teichtieren die Luft zum Atmen nehmen, wenn sie bei geschlossener Eisdecke nicht entweichen können.

Hier bieten sich frei auf dem Wasser schwimmende Eisfreihalter aus Styropor an, die im Winter stets für ein Loch in der Eisdecke sorgen. Auch senkrecht in den Teich gesteckte Strohbüschel halten einen Teil der Wasserfläche offen und sorgen für einen Gasaustausch. Nicht zu empfehlen sind dagegen Umwälzpumpen oder Teichheizungen, da sie die natürliche Wasserschichtung mit vier Grad Celsius in der Tiefe verändern. Da warmes Wasser schwerer ist als kaltes, sinkt es nach unten und ermöglicht den Tieren am Teichgrund das Überleben. Mit einer Umwälzpumpe würde man dieses stabile Verhält zerstören. Auch das Aufhacken der Eisschicht ist nicht zu empfehlen, da die Fische aus ihrer Ruhephase aufgeschreckt werden.

Vorbeugend empfiehlt sich deshalb, herabfallende Blätter abzufischen, bevor sie auf den Grund sinken. Kleinere Teiche lassen sich bequem mit einem Netz überspannen, das am Ufer mit Bodenhaken befestigt wird. Dadurch gelangt das Laub gar nicht erst auf die Wasseroberfläche und kann bequem entfernt werden. Das geschieht am besten schon vor Einbruch des Winters, wenn die Bäumen all ihr Laub verloren haben.

Haben sich manche Pflanzen im Teich zu üppig entwickelt, lassen sie sich jetzt zurückschneiden. Auch abgestorbene Pflanzenteile und die Blätter der Seerosen können bei dieser Gelegenheit entfernt werden. Das Teilen der Seerosen und anderer Wasserpflanzen erfolgt aber erst im Frühjahr. Die Halme von Rohrkolben und Schilf lässt man stehen, da auch sie durch ihre Hohlräume bei geschlossener Eisdecke Faulgase abziehen lassen. Außerdem wirken sie gemeinsam mit anderen Gräsern bei Raureif recht reizvoll.

Sofern Fische im Teich leben, muss entschieden werden, ob sie in ein anderes Winterquartier umziehen sollten. Ist der Teich mindestens 80 Zentimeter tief, können die Tiere bleiben, wenn eine Stelle in der Eisdecke frei bleibt, die den Gasaustausch ermöglicht. Die Fische ziehen sich im Herbst auf den Grund des Teiches zurück und verharren dort in Winterstarre ohne Nahrung. Allerdings dürfen sie bereits bei Wassertemperaturen unter zehn Grad Celsius nicht mehr gefüttert werden. Ihre Stoffwechselvorgänge sind bereits derart verlangsamt, dass sie aufgenommene Nahrung nicht mehr verdauen und zugrunde gehen. Ist der Wasserstand im Teich flacher, besteht die Gefahr des Durchfrierens. Deshalb müssen Fische in ausreichend großen Behältern im Keller bei etwa zehn Grad Celsius gehalten werden.

Die meisten Pflanzen im Teich sind winterhart und nehmen auch bei strengen Frösten keinen Schaden. Das gilt vor allem für die winterharten Seerosen (Nymphaea-Hybr.), die vorwiegend im Handel erhältlich sind. Lediglich einige Sorten – vor allem gelbblühende – schließen zu Beginn des Winters nicht oder nur schlecht ab und sind daher etwas anfälliger. Allgemein kann man aber sagen, dass die Rhizome aller winterharten Sorten auch widerstandsfähig gegen das Einfrieren sind. Sie erleiden keinen Schaden und entwickeln im kommenden Frühjahr uneingeschränkt eine Fülle von Blättern und Blüten.

Auch zahlreiche andere Wasser- und Sumpfpflanzen überstehen selbst strenge Fröste ohne Schaden. Dazu gehören unter anderem der Froschlöffel (Alisma plantago-aquatica), die Schwanenblume (Butomus umbellatus), die Sumpfdotterblume (Caltha palustris), Tannenwedel (Hippuris vulgaris), Wasserfeder (Hottonia palustris) und Froschbiss (Hydrocharis morsus-ranae). Eine sehr attraktive Pflanze für die Uferregion ist der Sumpf-Roseneibisch (Hibiscus moscheutos), dessen Blüten einen Durchmesser bis zu zwölf Zentimetern erreichen. Obwohl er winterhart ist, sollte er als Schutz gegen strenge Fröste eine leichte Laubdecke erhalten.

Pflanzenarten aus tropischen oder subtropischen Gebieten müssen im Winter aus dem Teich genommen werden. Sie kommen jetzt in ein helles Winterquartier. Dabei sind die Temperaturansprüche der Arten unterschiedlich, aber wichtig für eine erfolgreiche Überwinterung. Temperaturen zwischen fünf und zwölf Grad Celsius benötigen die bunten Sorten des Kalmus (Acorus gramineus ,Aureovariegatus‘ und A. gramineus ,Argenteostriatus‘) sowie Houttuynie (Houttuynia cordata), Wassermohn (Hydrocleys nymphoides), Lotosblume (Nelumbo nucifera), Pfeilaronstab (Peltandra sagittifolia) und Herzblättriges Hechtkraut (Pontederia lanceolata).

Bei Temperaturen zwischen zwölf und 18 Grad Celsius überwintert man die Papyrusstaude (Cyperus papyrus), die Wasserhyazinthe (Eichhornia crassipes) und die Papageienfeder (Myriophyllum aquaticum). Dagegen übersteht die Muschelblume (Pistia stratiotes) den Winter nur bei Temperaturen zwischen 18 und 22 Grad Celsius.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

2 Kommentare

Neuester Kommentar