Zeitung Heute : Früherkennung könnte Schizophrenie verhindern

Wie bei allen Erkrankungen ist es auch bei der Schizophrenie wichtig, so früh wie möglich die Diagnose zu stellen. Meistens bricht die Krankheit im Alter zwischen 17 und 30 Jahren aus. Jedoch können sich bereits vier bis sechs Jahre zuvor Veränderungen bemerkbar machen, zum Beispiel Gedankenblockaden, Überempfindlichkeit für Geräusche, eine veränderte Sprechweise, Konzentrations- und Angststörungen. Symptome, die oftmals als spät pubertäres Verhalten abgetan werden, ohne die wahre Ursache zu erkennen.

Festzustellen, ob es sich um eine Teenager-Krise handelt oder ob sich tatsächlich eine Schizophrenie anbahnt, ist Aufgabe des Früherkennungs- und Therapiezentrum Berlin-Brandenburg für beginnende Psychosen (FETZ), an dem sich neben der Charité auch das St. Joseph-Krankenhaus Weißensee beteiligt.

„Wir beraten meist Jugendliche und ihre Familien“, sagt Psychologin Luzia Telger, Leiterin des FETZ. „Unser Ziel ist es, die Entstehung von Psychosen zu erkennen, bevor sie zum ersten Mal auftreten.“ Studien zufolge kann die Krankheitsentwicklung bei Risikopatienten nicht nur verzögert, sondern in einigen Fällen sogar verhindert werden, wenn sie rechtzeitig mit Verhaltenstherapie und niedrig dosierten Medikamenten behandelt werden.

Deswegen ist es wichtig, auf mögliche Frühsymptome zu achten. „Vor allem dann, wenn ein zusätzlich erhöhtes Risiko vorliegt“, sagt Telger. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein enger Familienangehöriger unter einer psychischen Erkrankung leidet oder wenn der Betroffene Drogen nimmt. Anhand von neuropsychologischen Tests und einer Bildgebung des Gehirns können Frühsymptome erkannt werden. Zudem gibt es die Möglichkeit, an Stressbewältigungsprogrammen teilzunehmen. Sie helfen den Betroffenen, im Umgang mit stressigen Situationen sicherer zu werden. lwi

Für Beratungen bzw. Terminvereinbarungen ist das FETZ im St. Joseph-Krankenhaus unter Telefon 030 / 92 79 02 64 ereichbar, das Zentrum der Charité Mitte unter Telefon 030 / 450 51 70 78.

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