Zeitung Heute : Frühjahrsputz im Aktenschrank nicht übertreiben

Wenn der Schnee getaut ist und die Tage wärmer werden, steht in vielen Haushalten der Frühjahrsputz an. Dabei werden oft auch angestaubte Aktenordner ausgemistet. Denn der Platz in der Wohnung ist begrenzt. Aber Vorsicht: Viele Dokumente sollte man besser nicht wegwerfen. Und für einige gelten Aufbewahrungsfristen.

Zeugnisse, Arbeitsverträge oder Gehaltsabrechnungen sollte man am besten sein Leben lang aufheben, rät Renate Thiemann von der Deutschen Rentenversicherung – aber auf jeden Fall, bis der Altersrentenbescheid eintrifft. So könne man jederzeit seinen Lebenslauf belegen, wenn es Nachfragen oder Probleme gibt.

Auch Unterlagen über die Auto-, Hausrat-, Haftpflicht- oder Lebensversicherung sollten lange im Schrank gelagert werden. Stephanie Strauß vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft in Berlin rät, Policen von laufenden Versicherungen auf jeden Fall aufzubewahren. So könne der Versicherte im Schadensfall nachsehen, wie die Vertragsbedingungen sind. Die Scheine ausgelaufener oder gekündigter Versicherungen dagegen seien entbehrlich. Allerdings schade es auch nicht, sie aufzubewahren, falls im Nachhinein noch ein Schaden auftritt. Peter Grieble von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart empfiehlt, Versicherungsbedingungen selbst dann nicht zu entsorgen, wenn sie zehn Jahre alt sind.   

Eine Reihe von Belegen muss für das Finanzamt aufgehoben werden. Grundsätzlich müssen Privatpersonen nach Angaben des Bundes der Steuerzahler in Berlin Rechnungen und sonstige Belege zwar nicht archivieren. Wurden sie dem Finanzamt vorgelegt und ist der Steuerbescheid in Ordnung, können Belege weggeworfen werden.

  Besondere Vorschriften gelten aber beim Umsatzsteuerrecht. Danach müssen Rechnungen für Arbeiten an einem Haus, einer Wohnung oder einem Grundstück zwei Jahre lang vom Mieter oder Hausbesitzer aufbewahrt werden.  Unternehmer müssen Geschäftsbücher, Inventare, Bilanzen und sonstige zu führende Bücher nach Angaben des Steuerzahlerbundes zehn Jahre lang archivieren. Die gleiche Frist gelte für digitale Aufzeichnungen. Das bedeutet konkret: In diesem Jahr können Unternehmer Bücher und Aufzeichnungen mit der letzten Eintragung aus dem Jahr 1999, Inventare und Jahresabschlüsse, die bis 31. Dezember 1999 oder früher aufgestellt worden sind, und Buchungsbelege aus dem Jahr 1999 und älter entsorgen. dpa

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