Zeitung Heute : Frühlingsaktion „Saubere Stadt“: Berlin putzt sich heraus

Der Tagesspiegel

Berlin. Keine Dose wird entkommen! In einer säuberungsstrategisch ausgeklügelten Umzingelungsaktion rückt die Grips-Grundschule am 20. März in den Großen Tiergarten aus, um das zarte Frühlingsgras vom Müll zu befreien. 280 Kinder und 22 Lehrer werden sich an neuralgischen Punkten im Viereck Hofjägerallee, Straße des 17. Juni, Entlastungsstraße und Tiergartenstraße sammeln, um dann sternförmig zum Treffpunkt Luiseninsel zu wandern und nebenbei Unrat einzusacken. Eine Aktion mit „erzieheri- scher Wirkung“, sagt Schulleiterin Brigitte Rosenkranz-Stinner.

Das Areal wird für den Sportunterricht und Schulfeste genutzt – also kann man auch mal was dafür tun. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat für den 20. März zu einer stadtweiten Reinigungsaktion aufgerufen: „Berlin – putz(t)munter!“ 40 Schulen haben sich bisher gemeldet, ein paar Sportvereine und Händler-Gemeinschaften. Die Resonanz könnte besser sein, sagt Beate Kaftan von der Projektgruppe „Saubere Stadt Berlin“. Vielleicht liegt es am fehlenden materiellen Anreiz - als Belohnung gibt es nur ein Dankeschön; die Projektmittel sind der Haushaltssperre zum Opfer gefallen. Ob Senator Peter Strieder mitputzt, ist noch offen. Auf jeden Fall wird Staatssekretärin Maria Krautzberger zum Besen greifen, um der Stadt zu mehr Glanz zu verhelfen. Den hat sie nämlich dringend nötig, wie jeder Berlin-Tourist sofort bemerkt. BSR und Grünflächenämter seien personell nicht mehr in der Lage, das Stadtbild überall sau- ber zu halten, sagt Frau Kaftan.

Die Schüler der Grips-Grundschule in der Kurfürstenstraße wissen schon, wie das mit der eigenverantwortlichen Müllbeseitigung funktioniert. Nach der großen Pause müssen die Klassen abwechselnd den Schulhof säu- bern. In den Schulräumen wird der Müll natürlich getrennt. Überhaupt seien die Kinder angehalten, Trinkflaschen und Brotdosen mitzubringen und möglichst keine Verpackung, sagt die Schulleiterin. Am allgemeinen Putztag hätte sie ihre Mannschaft gerne in der Potsdamer Straße ausschwärmen lassen – die hat es weitaus nötiger als der Große Tiergarten -, aber das sei wegen der Autos viel zu gefährlich. Also wird nun munter das Grün geputzt. Nähere Infos: Beate Kaftan, Tel. 9025-2198.

Bereits gestern war auch in Spandau zum Frühjahrsputz aufgerufen worden. Das Naturschutz- und Grünflächenamt forderte Bürger, Vereine und Schulklassen auf, sich an der Reinigung des eigenen Kiezes zu beteiligen. Gereinigt wurden unter anderem der Parkplatz Kiesteich und der Wröhmännerpark. loy

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