Zeitung Heute : Fünftausend-Dollar-Arbeiten: "Washington Post" vorneweg bei diesjähriger Verleihung

Die 21 Pulitzer-Preise[davon 14 in der Kategorie]

Mit drei Pulitzer-Preisen ist in diesem Jahr die "Washington Post" belohnt worden. Die Zeitung hatte unter anderem menschenunwürdige Bedingungen in Heimen für geistig Behinderte aufgedeckt und bekam dafür das zweite Mal in Folge den Preis für öffentliche Verdienste. Die Nachrichtenagentur Associated Press bekam den Preis für investigativen Journalismus, das "Wall Street Journal" wurde zwei Mal ausgezeichnet.

In der Kategorie Feature-Bilder überzeugte die Bild-Berichterstattung der "Washington Post" über das Flüchtlingselend im Kosovo-Krieg. Der zweite Fotopreis ging an die "Denver Rocky Mountain News" für ihre Bilder nach dem Massaker an der Columbine High School, bei dem zwei Jungen Mitschüler und Lehrer erschossen hatten. Die "Denver Post" wurde für die Wortberichterstattung über die Schießerei ausgezeichnet.

Das "Wall Street Journal" bekam den Kommentar-Preis und den Preis für Inlandsberichte. Die Zeitung hatte über die Militärausgaben und Truppenentwicklung in den USA geschrieben. Der Preis für investigativen Journalismus ging an AP für die Berichte über mutmaßliche Kriegsverbrechen amerikanischer Einheiten während des Koreakriegs im Juli 1950. Fast 50 Jahre nach dem Vorfall brachen US-Soldaten in AP-Interviews ihr Schweigen. Der Vorfall in No Gun Ri war von offiziellen Stellen verschwiegen worden. Die Regierungen Südkoreas und der USA leiteten nach dem AP-Bericht im September Ermittlungen ein.

Den Belletristik-Preis holte sich Jhumpa Lahiri mit ihrer Kurzgeschichtensammlung "Interpreter of Maladies". Damit setzte sich die 32-Jährige Debütantin gegen berühmte und erfahrene Kollegen durch. Der Drama-Preis ging an den 47-jährigen Donald Margulies und sein Stück "Dinner With Friends". Bei den Komponisten setzte sich Lewis Spratlan mit der Oper "Life is a Dream" durch. Zu den weiteren Preisträgern zählen der Lyriker C.K. Williams, der Historiker David M. Kennedy, die Biografin Stacy Schiff und den Sachbuchautor John W. Dower.Die 21 Pulitzer-Preise, davon 14 in der Kategorie Journalismus, werden in den USA alljährlich für herausragende Arbeiten auf den Gebieten Journalismus, Literatur und Musik vergeben. Die mit 5 000 Dollar (etwa 9 000 Mark) dotierten Auszeichnungen gehören zu den am meisten beachteten für Journalisten und Autoren in den USA.

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