Zeitung Heute : Für alle Lebenslagen

Berliner Architekten entwickeln flexible Regalsysteme

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Der täuscht. „Webweb" ist keine Anspielung auf das World Wide Web, sondern auf die Struktur des „Endlosregalsystems", die aussieht, als wäre sie gewebt. Die beiden Berliner Architekten Peter Christian Hertel und Sebastian Klarhoefer haben mit der Konstruktion von „Webweb", das inzwischen auch patentiert ist und seit zwei Jahren von der auf Massivholzmöbel spezialisierten Firma „Zeitraum" hergestellt wird, bereits zu Studienzeiten begonnen. Statt aus den zwei üblichen Vertikalen, in die einzelne Böden gesetzt werden, besteht „Webweb" aus zwei Grundelementen - einer rechteckigen und einer quadratischen Platte, die wie bei einem Legospiel Stück für Stück zusammengesetzt werden. Der Vorteil der modulen Konstruktion: „Webweb" ist nicht nur leicht aufzubauen, sondern auch beliebig veränder- und erweiterbar.

„Wichtig war uns", so Sebastian Klarhoefer, „dass man das Regal auch ganz allein aufstellen kann und dass es so zerlegbar ist, dass es sich problemlos verschicken lässt." Egal in welcher Größe der Kunde „Webweb" ordert, es erreicht ihn in handlichen Kartons. Die Firma „Zeiträume" hat auf der Basis des Computerprogramms Excel inzwischen eine praktische Planungssoftware entwickelt, die es jedem - mit Hilfe eines Fachhändlers oder ohne - am Bildschirm ermöglicht, sich geschwind die eigene „Webweb"-Version zu entwerfen. Es gibt kaum eine Form, die sich mit den beiden Grundelementen nicht zusammenbauen ließe. Das Programm kalkuliert dann auf Klick die für das gewünschte Regal nötigen Platten und den Preis dazu.

„Webweb", das so stabil ist, dass es ohne Rückwand und aussteifendes Kreuz auskommt und auch als frei stehender Raumteiler taugt, gibt es in MDF (anthrazit lackiert oder natur), Buche, Ahorn, Kirsche oder edlem Nussbaum. Je nachdem ob das Regalsystem in der Küche, im Büro, Kinder-, Wohn- oder Badezimmer aufgestellt werden soll, und je nachdem für welche Dinge es gedacht ist, kann man es mit Ad ons ergänzen - mit Schüben, Glastüren, leinenkaschierten Ordnungsboxen oder Unterteilungseinsätzen. Das Einzige, das sich bei „Webweb" nicht verändern lässt, ist das Grund-Rastermaß von 35 mal 35 Zentimetern. Dadurch erhält das Regal automatisch eine gewisse Quadrat-Ästhetik und ist auch nicht besonders geeignet für Bücher, ausgenommen für Büroordner oder große Bildbände, die die Regalfächer auch ausfüllen. Die Web- beziehungsweise Netzstruktur von „Webweb" wurde im letzten Jahr für Hertel und Klarhoefer Ausgangspunkt für ein anderes Regalsystem - „Concept one". Es basiert auch auf modulen Grundplatten, ist aber aus Aluminium und hat deswegen eine kühlere und elegantere Erscheinung als „Webweb". Wie dieses lässt sich „Concept one“ ebenfalls mit Ad ons aufrüsten: mit Rollen, Glaseinlegeboden , Rückwänden, abschließbaren Glasdreh- oder Schiebetüren. „Es ist noch in der Konzeptphase“, meint Sebastian Klarhoefer. Die Flexibilität und Nutzungsmöglichkeiten des Regals, das von der Firma „Mabeg“ hergestellt wird, sollen noch erweitert werden. „Concept one“, so Klarhoefer, sei schon allein wegen des Preises vor allem als Officemöbel gedacht. Nora Sobich

www.zeitraum-moebel.de

www.hertelklarhoefer.de

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