Zeitung Heute : Für ein paar Franken mehr

Der Tagesspiegel

Die Schweizer haben pro Kopf im Jahr 2000 mit 156,5 Euro am meisten in Europa für ihr öffentlich-rechtliches Hörfunk- und Fernsehprogramm gezahlt. Nach Island (121), Österreich (116,7), Dänemark (115,2) und Großbritannien (103,7) folgte Deutschland mit 97,2 Euro auf Platz sechs. Deutlich dahinter rangierten die Franzosen (55,8 Euro), die Italiener (49,2) und Spanier (33,9). Dies geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Aufstellung des Europarats in Straßburg hervor. Schlusslicht ist die Türkei, die für ihren öffentlich-rechtlichen Rundfunk pro Einwohner nur sechs Euro ausgibt. Bei dieser Berechnung wurden neben Gebühren und Subventionen für die Sender auch deren sonstige Erträge (Werbung/Sponsoring oder Programmverkäufe) berücksichtigt.

Werden für das Jahr 2000 allein die pro Haushalt entrichteten Rundfunkgebühren (Hörfunk und Fernsehen) als Maßstab genommen, dann lag nach Angaben der audiovisuellen Informationsstelle des Europarats Island (338,3 Euro pro Haushalt) an der Spitze. In Rumänien waren die Fernsehgebühren mit 17,7 Euro am niedrigsten. Die Gesamteinnahmen der öffentlich-rechtlichen Hörfunk- und Fernsehanstalten in der Europäischen Union beliefen sich im Jahr 2000 auf 26,3 Milliarden Euro (1997: 22,8 Milliarden Euro).

Generell habe sich deren Finanzlage verschlechtert, was die Untersuchung vor allem auf die gestiegenen Nettoverluste von RTVE in Spanien und RTP in Portugal zurückzuführt. Dagegen hätten die werbefinanzierten Privatsender in Europa im Zeitraum von 1997 bis 2000 floriert. Allerdings seien diese dann vom Rückgang der Konjunktur im vergangenen Jahr teilweise empfindlich getroffen worden.

Kontinuierlich verschlechtert hat sich der Aufstellung zufolge die Finanzlage der Pay- TV-Sender in Europa. Bei diesen Unternehmen, die Anfang der 90er Jahre noch prosperierten, sei 1997 die Gewinnspanne regelrecht eingebrochen. Bei den Bezahlsendern, von denen 21 in der Untersuchung erfasst wurden, habe es bis zum Jahr 2000 nur eine leichte Erholung gegeben. dpa/Tsp

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