Zeitung Heute : Für jede Gelegenheit

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: Beispielhaft vollzogen jüngst von Kanzler Schröder am 8. Juni, während des G8Treffens in Georgia, USA, vor dem Dinner auf Sea Island, als er Laura Bush begrüßte – korrekt ohne Lippenkontakt (allerdings: regelwidrig im Freien).

Münchner Kuss : Darf schnalzen. Die Dame am Arm touchieren, „Bussi“ sagen und links und rechts küssen.

Nasenkuss : Geeignet für die Skipiste. Die Inuit-Eskimos begrüßen sich durch Nasenreiben. Ihr Gesicht ist wegen der Kälte vermummt, da bleibt für Körperkontakt nur die Nase.

Bruderkuss : Breschnew und Honecker machten ihn zum Solidaritäts-Symbol auf der 30-Jahr-Feier der DDR 1979. Geht auch auf den Mund. Ansonsten: möglichst fest mit beiden Händen an den Oberarmen des anderen verankern und los.

Kamasutra-Kuss : 30 Arten und 250 Varianten. Zum Beispiel: Anchita – Zungenkuss, verfolgt die Kurven unter ihren Brüsten, verweilt, um zu erregen. Pidita – auf Wangen, Brüsten, Bauch, Hüften, Po. Die Zähne ins Fleisch, Lippen und Zunge massieren die Haut.

Luftkuss : Ein Hauch über die Fingerspitzen hinweg. Mit Schnute. Die Monroe verteilte ihn gern, Rapperin Lil’ Kim ist auch sehr begabt. Primaten beruhigen einander so.

Todeskuss : Auf hebräisch: mita binschika, Kuss Gottes, Tod durch den Kuss. Im Talmud der sanfte Tod, Belohnung für große Verdienste im Leben. Nicht alltagstauglich. Taucht auch bei Harry Potter auf, wird von bösen, seelenlosen Dementoren vollzogen.

Französischer Kuss : Drei Küsse: links, rechts, links. Wangen nicht berühren! Achtung: French kiss heißt Zungenkuss.

Fußkuss : Immer am Gründonnerstag findet das Ritual der Fußwaschung statt – in Gedenken an das letzte Abendmahl Jesu. Der Papst küsst zwölf Priestern die Füße. mle

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