Zeitung Heute : Für sich alleine wirkungslos

Der Tagesspiegel

Das Hauptproblem der Grünen könnte in diesem Wahlkampf ein Vorteil sein: Es gibt für die Ökopartei keine Alternative zu Rot-Grün. Während die SPD sich derzeit eher halbherzig zum rot-grünen Projekt bekennt – um sich andere Optionen nicht zu verbauen –, verkauft der kleine Koalitionspartner in seinem Wahlprogramm die Reformen der vergangenen vier Jahre sehr selbstbewusst als grüne Politik. „Grün wirkt“, so die Überschrift, unter der von der doppelten Staatsbürgerschaft über Ökosteuer hin zu mehr Kindergeld die Erfolge grüner Regierungsbeteiligung aufgelistet werden. Die Frage am 21. September sei, ob all dies wieder zurückgedreht werde, oder ob die Reformen fortgesetzt würden, ob Deutschland modern bleibe oder nicht. Der Lagerwahlkampf ist nun also zumindest von Seiten der Grünen eröffnet – und zwar mit überraschend viel Kampfesmut. In der Tat ist der grüne Anteil an den Entscheidungen der vergangenen vier Jahre groß; politisches Kapital, auf das sich aufbauen ließe. Doch die Partei kann mit Inhalten, einem prominenten Team und mit dem Lieblingspolitiker der Deutschen, Joschka Fischer, protzen, wie sie will – ohne eine starke SPD hilft alles nichts, ist sie die Macht los. Die Grünen haben konkrete Angebote, aber keine Alternative – das ist und bleibt das Hauptproblem. svs

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