Zeitung Heute : Für TeBe geht es um die Existenz

Der Tagesspiegel

Berlin. Präsident Klaus Schumann bemühte Bertolt Brecht. „Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren“, rief er ins Auditorium bei der 100-Jahr-Feier von Tennis Borussia. Der Fußball-Oberligist kämpft zur Zeit heftig. Nicht nur auf dem Rasen. Es geht um die Existenz des Vereins. Das Finanzamt will bei TeBe 1,1 Millionen Euro Steuerschulden eintreiben. Eine Summe, die Tennis Borussia nicht nur bei einem theoretisch möglichen Aufstieg um die Lizenz für die Regionalliga bringen, sondern auch in den Ruin treiben würde. Fieberhaft arbeitet die Klubführung nun daran, dem Finanzamt klarzumachen, dass der Verein für diese Steuerschulden gar nicht zur Rechenschaft gezogen werden kann.

Die Schulden stammen aus Zeiten, als der damalige „Vereinseigentümer“, die Göttinger Gruppe, mit dem Konstrukt einer Kapitalgesellschaft auf Aktien (KGaA) mit großen Geldscheinen jonglierte. Was in der KGaA im Detail vorging, war verwirrend und für die Mitgliedern kaum durchschaubar. Überrascht reagierte TeBe deshalb, als das Finanzamt jetzt von der KGaA nicht beglichene Steuern beim Verein geltend machte. „Das ist Sache der Göttinger“, sagt Ehrenpräsident Heinz Pietzsch. „Eine Schuld, die uns nicht bekannt ist, können wir nicht übernehmen.“

Selbst vor juristischen Auseinandersetzungen mit dem ehemaligen Partner scheut Tennis Borussia nicht zurück. „Gegebenenfalls muss geklagt werden“, sagt Pietzsch, hofft aber, dass sich noch eine friedfertige Lösung finden lässt. „Zu holen ist eine solche Summe, wie sie da im Raum steht, bei uns doch sowieso nicht, das Finanzamt könnte höchstens den Verein zu seiner Auflösung zwingen“, sagt Pietzsch. Im Moment verhandelt Tennis Borussia mit dem Finanzamt. „Die Entscheidung fällt in Kürze“, kündigt Pietzsch an. Karsten Doneck

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