Zeitung Heute : Für und gegen den „Sparkommissar“

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Ironie der Geschichte – Roland Kochs Kampagne gegen das rotgrüne Reformprojekt der doppelten Staatsbürgerschaft war so erfolgreich, dass der CDU-Herausforderer den Wahlgang in Hessen im Februar 1999 für sich entschied. Er löste damit Eichels rot-grüne Landesregierung ab – und machte für ihn den Weg frei, die Nachfolge von Oskar Lafontaine als Bundesfinanzminister anzutreten, als der im März desselben Jahres von allen seinen Ämtern zurücktritt.

DER MACHER

Klaus-Peter Schmidt-Deguelle: Er hat Eichel zu dem gemacht, was er - zumindest vorübergehend – war. Früher, heißt es, habe Eichel den „Charme einer Büroklammer“ gehabt. Dann sei der Politikberater Schmidt-Deguelle gekommen, und aus Eichel wurde der eiserne Spar-Hans. Ein Imagewechsel ohnegleichen, geplant und gesteuert von dem Mann, über den der Medienberater und Ex-Volkswagen-Kommunikationschef Klaus Kocks einmal gesagt hat, der könne aus einem nassen Lappen Funken schlagen. Eichels Ansehensverlust konnte auch er nicht verhindern.

DER GEGNER

Dietrich Austermann: Wohl niemand hat Hans Eichel so oft kritisiert und zum Rücktritt aufgefordert wie der haushaltspolitische Sprecher der Unions-Fraktion im Bundestag. Eichel sage nur die halbe Wahrheit, lautet einer der Standardvorwürfe an die Adresse des Finanzministers. Er könne nicht rechnen, findet Austermann, sei der Totengräber der Bundesfinanzen und mache sich des fortgesetzten Verfassungsbruchs schuldig. Für ihn ist daher klar: Der Eichel „muss weg“.mis

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