Zeitung Heute : Für Vielschreiber: Spracherkennung

RIMSCHA

Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, seinem Computer Befehle wie Captain Hook entgegenzubellen, statt höflich die Tastatur zu benutzen? Auch Briefe und sonstige Schriften sollten natürlich nicht von Hand sondern mündlich eingegeben werden. Seit fast jeder Heim-PC über eine Soundkarte verfügt, liegt der Einsatz von Spracherkennungssoftware nahe. Solche Programme kosten mittlerweile nur noch wenige hundert Mark und sind damit auch für viele Privatanwender erschwinglich.Die Qualität der Programme ist in der letzten Zeit deutlich gestiegen: Eine wesentliche Neuerung ist das Erkennen flüssig gesprochener Texte. Während relativ lange jedes Wort einzeln, also mit einer deutlich erkennbaren Pause gesprochen werden mußte, sind gängige Spracherkennungs-programme mittlerweile in der Lage, die einzelnen Worte aus weitgehend natürlich gesprochenen Sätzen zu extrahieren. Bei älteren Produkten, die teilweise recht günstig zu haben sind, ist Vorsicht geboten: Sie können mit der flüssigen Rede noch nichts anfangen, das Diktieren eines längeren Textes in alter Manier - Wort für Wort also - kann dadurch recht anstrengend sein. Es fragt sich, ob es dann nicht doch sinnvoller wäre, die Tastatur zu benutzen.Durch die neuen Möglichkeiten ist der Hardware-Hunger der Programme in Sachen Prozessorgeschwindigkeit und Arbeitsspeicher deutlich gestiegen. Auch heute sind die Programme aber kaum in der Lage, den gesprochenen Text von störenden Nebengeräuschen zu unterscheiden.Ein weiterer Hemmschuh bleibt für jeden ungeduldigen Anwender: Nach wie vor kommt kein System ohne gründliches, vorheriges Training aus. Gerade hier sollte keinesfalls gehetzt werden. Es ist unverzichtbar, dem Rechner eine möglichst repräsentative Kostprobe der eigenen Sprechweise zu geben, ohne dabei künstlich langsam oder deutlich zu reden. Erst nach ausführlichem Training sinkt die Fehlerquote auf ein vertretbares Maß.Je nach persönlichem Bedürfnis sind jedoch einige besondere Funktionen der Spracherkennungssoftware nötig: So ist es bei wissenschaftlichen Texten oft nötig, den standardmäßig enthaltenen Wortschatz um Fachausdrücke erweitern zu können. Mit einem gut trainierten System ist es möglich, schneller zu diktieren, als ein nicht geübter Schreiber tippen kann. Die Investition lohnt sich vor allem dann, wenn viele Texte auf dem PC geschrieben werden sollen.

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