Zeitung Heute : Fußball-WM: Berlin kickt mit

Der Tagesspiegel

Die Entscheidungen für den Fußball-WM-Standort Berlin sind in der Stadt auf ein unterschiedliches Echo gestoßen. Wie erwartet wurde Berlin als Spielort bestimmt und gilt als Favorit für das Endspiel. Das zentrale Medienzentrum für die Fernsehübertragungen aber, für das sich die Stadt beworben hatte, wird in München angesiedelt. In Berlin, das zugleich zum Sitz des Fußball-Weltverbandes Fifa während der WM gekürt wurde, erhält dafür ein Pressezentrum für die Printmedien.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit erhofft sich von der WM „eine hervorragende Werbung für die Hauptstadt und zeigte sich optimistisch, dass Berlin die Stadt des Endspiels wird. „Ich hoffe, dass wir neben dem Finale noch öfter vertreten sind. Das Endspiel in Berlin und die weltweite Vorberichterstattung lassen sich nicht mit Geld aufwiegen“, sagte Wowereit gestern nach der Bekanntgabe der WM-Städte. Auch Sportsenator Klaus Böger betonte, dass die WM dem Vereinssport und dem Wirtschaftsstandort zugute komme.

Demgegenüber kam Kritik an der Sportpolitik des Senat von der Opposition. CDU-Fraktionschef Frank Steffel sprach von einer „roten Karte für Wowereit“. Berlins Bewerbung für das Medienzentrum sei nicht ernsthaft gewesen. FDP-Fraktionschef Martin Lindner nannte das Berliner Vorgehen halbherzig. Keine Versäumnisse des Senats sieht hingegen der Landessportbund, auch wenn es enttäuschend sei, dass Berlin nicht Sitz des Fernsehzentrums geworden ist. „Die Lösung ist ein fauler Kompromiss“, sagte LSB-Sprecher Dietmar Bothe. Senat und die Messe hätten eine hervorragende Bewerbung vorgelegt. Der Vorsitzende der Messe-Geschäftsführung, Raimund Hosch, bezeichnete es hingegen als großen Erfolg, dass Berlin Sitz des Pressezentrums wird. sik

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben