Zeitung Heute : Gab Geheimdienst Mordtrio Geld? V-Mann sollte Mittel für

falsche Pässe weiterleiten.

Berlin – Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Heinz Fromm, warnt vor übertriebenen Erwartungen an ein NPD-Verbot. Das Problem der rechten Gewalt „wäre mitnichten gelöst“, sagte Fromm im Interview mit dem Tagesspiegel. Einige Gruppen militanter Neonazis wollten schon jetzt mit der NPD nichts zu tun haben, weil sie die Partei für „verbürgerlicht“ hielten. Er betonte, „für Gewalt und Terror im Rechtsextremismus ist die Existenz der NPD keine Voraussetzung“. Außerdem bedeute die Zunahme gewaltbereiter Neonazis, dass der Rechtsextremismus „tendenziell aktionistischer und militanter“ werde.

Unterdessen verstärkt sich der Verdacht, der Thüringer Verfassungsschutz habe zur Finanzierung der Terrorgruppe beigetragen. Die Behörde teilte am Sonntag mit, nach Angaben eines Exmitarbeiters solle das Amt 1998 oder 1999 über einen V-Mann einer weiteren Person zur Beschaffung falscher Ausweise 2000 D-Mark zugeleitet haben. Damit sei der Versuch unternommen worden, Kenntnis über „Tarnidentitäten“ zwecks Ergreifung des Trios zu erlangen. Die weitere Person soll das Geld aber behalten haben. Der Tagesspiegel hatte zuvor berichtet, 1999 habe ein V-Mann einem mutmaßlichen Unterstützer der Terrorgruppe 500 D-Mark übergeben.

Nach „Focus“-Informationen soll Verfassungsschützern zudem Mitte 2000 das Versteck des Trios in Chemnitz bekannt gewesen sein. Das belege ein Observationsfoto. Die Staatsanwaltschaft Erfurt ermittelt nach eigenen Angaben gegen mehrere Personen wegen des Verdachts der Strafvereitelung im Amt. Frank Jansen

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