Zeitung Heute : Gäste aus dem Märchenwald

Elfenblumen galten lange als Lückenbüßer im Garten. Jetzt entdeckt man sie als Zimmerpflanzen

Helga Panten (dpa)
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Pralle Sonne bekommt Elfenblumen nicht, die zarten Blätter verbrennen. Foto: dpa-tmntmn

Elfenblumen besitzen alle Eigenschaften einer beliebten Zimmerpflanze: elegante, zarte Blüten, schön geformte Blätter und spannende Farben mit Rot-, Bronze- und Kupfertönen auf lichtem Grün. Nur mit dem Image haben sie zu kämpfen: Denn lange Jahre dienten Epimedium eher als Lückenbüßer und Flächendecker im Garten. Erst jetzt, nachdem immer mehr der neuen chinesischen Arten in den Gärtnereien auftauchen, wird deutlich, was wirklich in ihnen steckt.

Die lockeren Blütenwolken der Elfenblume tragen Kronblätter rund um Stempel und Staubgefäße, die wie die Zipfel einer Till-Eulenspiegel-Kappe anmuten. Unmittelbar darüber sitzen vier Kelchblätter, die das Farbenspiel der Blüten – meist fröhliches Gelb oder Weiß – unterstützen. Doch schon die alte Artkreuzung Epimedium x rubrum überrascht mit gelben Kronblättern unter rotem Kelch. Die neuen, mit 40 Zentimeter meist etwas höheren Elfenblumen spielen noch mehr mit den Farben: Bei Epimedium acuminatum wird Purpurviolett von einem fast weißen Kelch begleitet.

Gehölzschatten oder ein wenig lichtere Plätze am Gehölzsaum sind der ideale Standort. Pralle Sonne bekommt Elfenblumen nicht, ihre dünnen Blätter verbrennen. Umso robuster sind sie an weniger vom Licht verwöhnten Standorten. Am liebsten wachsen sie in humusreichen, gleichmäßig feuchten Böden. Doch auch gegenüber Trockenheit sind sie relativ unempfindlich. Die neuen chinesischen Sorten sind allerdings anspruchsvoller. Sie gedeihen nicht ohne gleichmäßige Bodenfeuchte und humusreichen Boden mit gutem Wasserabzug.

Der zarte Austrieb der Elfenblumen ist empfindlich gegenüber Spätfrost. Das gilt besonders für die neuen chinesischen Arten und ihre Sorten. Hier hilft ein geschützter Standort, etwa im Schutz einer Hecke oder unter einem Strauch. Plätze mit winterlicher Morgensonne sind tabu. Die rasche Erwärmung nach einer Frostnacht würde die Zellen der jungen Blätter zerreißen.Helga Panten (dpa)

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