Zeitung Heute : Gästeführer bieten kostenlose Rundgänge an

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Mitte. Wenn Ihnen heute im Nikolaiviertel der Eckensteher Nante, so genannte Leichenbitter, Luden, leichte Mädchen und andere Alt-Berliner Originale in historischen Kostümen begegnen, dann hat das seine Richtigkeit: Die Leute laden Sie ein, sich von ihnen Berlin erklären zu lassen. Oder ein Stück davon – das Viertel rund um Berlins ältestes Gotteshaus, die Nikolaikirche.

Aus Anlass des 13. „Welttages des Gästeführers“, an dem die Stadtfü hrer auf ihre Arbeit aufmerksam machen wollen, bietet der Verband der Berliner Stadtführer e. V. zwei kostenlose sach- und fachkundige Führungen durch das historische Nikolaiviertel an. Treffpunkt ist am morgigen Sonnabend um elf und um 14 Uhr am Haupteingang zum Roten Rathaus. Danach haben die Gäste die Möglichkeit, das Knoblauch-Haus und das Ephraim-Palais – beides Museen der Stiftung Stadtmuseum Berlin – zu besichtigen. Jeweils zwei Stunden lang gibt es bei den Fü hrungen durch eine Gegend, die man als die Wiege unserer Stadt bezeichnen kann, zahlreiche interessante Informationen über die Geschichte des Areals, das anlässlich der 750-Jahr-Feier als Ur-Berliner „Altstadtkern“ zum größ ten Teil mit neuen Plattenbauten, zahlreichen Geschäften und kleinen Restaurants neu errichtet wurde.

Der 13. „Weltgästeführertag“ steht unter dem Motto „Sitten und Bräuche in Deutschland“. Das wird auf den jeweiligen Ort bezogen, deshalb hat der Berliner Stadtführer-Verband historisches Personal engagiert, das das Motto des Tages anschaulich machen soll. In Berlin sind mehr als 250 professionelle Stadtführer organisiert. Sie betreuen rund eine Million Besucher im Jahr „in nahezu allen Sprachen der Welt – und natürlich ooch in Berliner Mundart“, sagt Anna Haase vom Vorstand der Berlin-Guide. 4,9 Millionen Gäste besuchten Berlin im vorigen Jahr, über 70 Millionen Tagesbesucher kamen an die Spree. Manch einer wird das Können der Stadtführer im Gedächtnis behalten, wenn er sich an seinen Berlin-Besuch erinnert. „Wir sind Botschafter der Region und prägen wesentlich den Eindruck, den die Gäste von der Stadt und ihren Bewohnern gewinnen“, sagt Anna Haase.

Auch Potsdam Guide bietet morgen kostenlose Rundgänge um elf und 14 Uhr: Durch das Holländische Viertel (Treffpunkt Bassinplatz), die russische Kolonie „Alexandrowka“ und durch den Park Sanssouci – hier trifft man sich am Grünen Gitter in der Allee nach Sanssouci. Lo.

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