Zeitung Heute : Ganz formal

Wie die Nato die Türkei schützen will

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Was die Entscheidung des NatoVerteidigungsausschusses jetzt für Deutschland bedeutet, ist noch unklar. Mitte der Woche will der Nato-Planungsausschuss die Stationierung der zugesagten Flugzeuge und Panzer beschließen. Dann wird die formelle Anforderung an die Mitgliedstaaten erfolgen. Wahrscheinlich geht es um die schnelle Verlegung von vier Radarfrühwarnflugzeugen Awacs von Geilenkirchen nach Conya in der Türkei. Sie haben dort einen Stützpunkt und üben bereits regelmäßig vor Ort. Ihre Aufgabe ist der Schutz des Luftraumes über der Türkei und die Radaraufklärung, die bis weit in den Irak hineinreicht. Durch die Aufklärung geraten sie in den Grenzbereich zwischen Verteidigung und Angriff. Allerdings setzen sich die Lagebilder der Amerikaner im Krieg aus vier bis fünf Quellen zusammen. Eine davon könnten die Awacs sein. Etwa ein Drittel der Awacs-Besatzungsmitglieder sind Deutsche. Der Kommandeur der Awacs- Flotte ist der deutsche Zwei-Sterne-General Johann Dora. Die Niederlande haben bereits drei ihrer vier Flugabwehrbatterien des Typs Patriot mit je acht Raketenwerfern in die Türkei entsandt. Deutschland hatte angeboten, den Niederländern weitere zur Verfügung zu stellen, die diese mit eigenen Soldaten besetzen würden. Es gilt gegenwärtig als unwahrscheinlich, dass dies notwendig werden wird. Nicht nur die Bundeswehr, sondern auch andere Nato-Mitgliedstaaten verfügen über Spürpanzer, die als Schutz vor ABC-Waffen eingesetzt werden. Sechs der deutschen Spürpanzer Fuchs sind zur Zeit in Kuwait stationiert. msb

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