Zeitung Heute : Ganz oder gar nicht

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George W. Bush

hat es mit seiner rückhaltslosen Unterstützung des israelischen Premiers Ariel Sharon und dem Krieg gegen Irak geschafft, das Ansehen der USRegierung in der arabischen Welt auf einen historischen Tiefpunkt zu bringen. Dies hat militanten Islamisten neuen Auftrieb gegeben, die Bushs Verkündung, er führe einen „Kreuzzug“, beim Wort genommen haben. Als oberster Repräsentant der US-Politik ist Bush damit der Todfeind der radikalen Islamisten.

DER GEGENSPIELER

Ijad Allawi , der neue irakische Premierminister, wird von al Zarqawi mit dem Tode bedroht. Allawi ist unter amerikanischer Besatzung mit Zustimmung der Amerikaner eingesetzt worden. In den Augen radikaler Islamisten ist er damit als Kollaborateur des Besatzungsregimes diskreditiert. Die Person Allawis ist umso mehr umstritten, als die von ihm geleitete Oppositionsgruppe zum Sturz Saddam Husseins mit dem CIA zusammengearbeitet hat. Auch seine Ankündigung, hart gegen Aufständische in Irak vorzugehen, macht ihn zum neuen Feind der militanten Gruppen.

DAS VORBILD

Osama bin Laden hat viele radikale Islamisten geprägt. Seine Organisation und die von der Gruppe propagierte Ausweitung des Kampfes auf den Westen dient als Vorbild. So hat auch al Zarqawi sein Handwerk bei Al Qaida gelernt. Mittlerweile gibt es wohl lose, informelle Verbindungen zwischen den verschiedensten militanten Gruppen und Al Qaida. Al Zarqawi repräsentiert diese neue Generation von Terrorchefs, die nur kleine Zellen unter sich haben, aber die Verbindung zu den Netzwerken ähnlich gesinnter Gruppen knüpfen. an

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