Zeitung Heute : Ganz offiziell

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Die Lage ist unübersichtlicher geworden. Zu den einst fünf offiziellen Atommächten – USA, Russland, Großbritannien, Frankreich und China – haben sich einige inoffizielle dazugesellt. Seit einem Atombombentest im Jahr 1974 wird auch Indien mitgezählt. Nachbar Pakistan folgte 1998. Als wahrscheinlich gilt unter Experten, dass Israel seit 1967 im Besitz von Atomwaffen ist. Libyen, Irak, Nordkorea und Iran werden verdächtigt, bereits Kernwaffen in geringen Stückzahlen zu besitzen oder sie erzeugen zu wollen. Südafrika hat nach einem erfolgreichen Atomwaffenprogramm alle Sprengköpfe und Anlagen vernichtet.

Indien, Pakistan, Israel und Kuba sind es denn auch, die bis heute den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet haben. Dieser Vertrag verpflichtet die Unterzeichnerstaaten auf die Nichtverbreitung von Kernwaffen. Zudem sagen die Staaten, die heute nicht im Besitz von Kernwaffen sind, zu, auch in Zukunft auf den Besitz und die Herstellung zu verzichten. Der Vertrag ist seit dem 5. März 1970 in Kraft und wurde 1995 unbefristet verlängert. Bis heute haben ihn 187 Staaten unterzeichnet. Die Einhaltung wird von der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) mit Sitz in Wien überprüft. Sie unterstützt auch Staaten, die die Kernenergie friedlich nutzen wollen.

Die fünf offiziellen Atommächte haben inzwischen auch eine Abrüstung aller Kernwaffen zugesagt. Diese Vereinbarung, die im Mai 2000 im Rahmen der Überprüfung des Atomwaffen-Sperrvertrages getroffen wurde, ist allerdings an keinen Zeitplan gebunden. lha

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