GASTSPIEL MEXIKOTeotihuacans Schätze : Wo die Pyramiden stehen

Jedes Jahr zur Sonnenwende kommt eine halbe Million Menschen hierher. Die Anlage mit der Straße der Toten zwischen Sonnentempel und Mondtempel ist weltberühmt. Mexikos Tempelstadt Teotihuacan ist seit 1987 Unesco-Weltkulturerbe und die bekannteste archäologische Stätte des Landes. Jetzt sind im Rahmen einer Ausstellung zur Feier des 200. Jahrestages der mexikanischen Staatsgründung über 450 Objekte aus Teotihuacan in Berlin zu sehen – was insofern eine Sensation ist, als darunter auch viele der kostbaren Fresken sind, für die die Tempelstadt berühmt ist, die aber aus konservatorischen Gründen kaum je die mexikanischen Museen verlassen dürfen.

Zusammengestellt hat die Ausstellung der mexikanische Kurator Felipe Solis Olguin, der im April 2009, nur wenige Tage nach der Eröffnung in Mexiko, verstarb. In neun Kapiteln gibt es einen Überblick über Architektur und Stadtanlage, Herrschaftssystem und Religion, Handel und Alltagsleben. Noch immer sind große Teile der Anlage, die zu Blütezeiten über 160 000 Menschen beherbergte und 650 n. Chr. aus unbekannten Gründen niederbrannte, nicht ausgegraben. Wilder Wohnungsbau in den Außenbereichen der archäologischen Zone wird die Forschungen in der Zukunft eher erschweren. Raubgrabungen taten das Ihre, das Gelände zu verwüsten. Doch gerade über den Alltag des Lebens in Teotihuacan, wo Einheimische und Fremde, Wohlhabende und Arbeiter je eigene Viertel bewohnten, verraten Objekte wie ein unlängst gefundenes Räuchergefäß viel. Eins jedenfalls weiß man sicher: Das rituelle Ballspiel haben sie geliebt in Teotihuacan. Christina Tilmann

Martin-Gropius-Bau, Do 1.7. bis So 10.10., tgl. 10-20 Uhr (bis 9.8.), Mi-Mo 10-20 Uhr, 9 €, erm. 7 €

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