Zeitung Heute : Gauchito, der kleine Viehhirte

Wir präsentieren die WM-Maskottchen von einst und heute. Diesmal: ein kleines Bürschchen, das im Jahre 1978 mit Hirtenhut und Lederpeitsche Argentinien zum Titel trieb.

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Ein smarter Bursche mit Kulleraugen und einem kecken Gesichtsausdruck: Wenn gar nichts mehr geht, das Kindchenschema zieht immer. Die Argentinier griffen 1978 auf das alte Rezept zurück, das auch schon den kleinen Männchen Tip & Tap vier Jahre zuvor Sympathien bescherte. Und zu einer Zeit, da Diskussionen darüber entbrannten, ob ein Land, das unter einer brutalen Militärdiktatur litt, ein geeigneter Gastgeber für ein Fest der Freude sein könne, sollte Gauchito mit kindlicher Lebensfreude die Wogen glätten.

Auf seinem Haupt thronte ein groß dimensionierter, blau-weißer Hirtenhut, um den Hals hatte er sich keck ein gelbes Tuch gewickelt und natürlich zierte seine noch zarte Brust das Trikot der argentinischen Nationalelf. Aber der Kleine kam nicht ausschließlich niedlich daher. In seiner rechten Hand nämlich schwang er die Gerte. Oder gar, wie von offizieller Seite vermutet, eine Lederpeitsche?

Und schließlich war da noch der Ball, den Gauchito mit seinem starken linken Fuß, seiner linken Klebe, wie echte Kicker sagen, stoppte. Dieser Ball schien etwas zu groß geraten zu sein.

Trotzdem brachte Gauchito den Gastgebern Glück. Mit viel Dampf rauschten die Argentinier durch die Zwischenrunde ins Finale ein und holten den Titel ins eigene Land.

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