Zeitung Heute : Gebotene Früchte

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Die Deutschen geben mehrere Milliarden Euro für Fast Food aus. Was muss geschehen, damit diese Ernährungsweise gesund sein kann?

41,2 Milliarden Euro geben die Bundesbürger jedes Jahr für Verpflegung außer Haus aus, vermeldet die Zentrale Markt und Preisberichtstelle (ZMP). Tendenz, vor allem für das schnelle Essen aus der Hand, steigend. Das ist jedoch durchaus kein Grund, das eilige Essen gänzlich zu verurteilen. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) leitet ihre zehn Regeln für vollwertiges Essen mit dem Vorwort ein: „Es gibt keine gesunden, ungesunden oder gar verbotenen Lebensmittel. Was es jedoch gibt, das sind falsche Mengen und ungünstige Kombinationen.“

Fett sollte nach den Vorstellungen der DFG nur 30 Prozent der Energie liefern. 70 bis 90 Gramm des konzentrierten Energielieferanten sind also bei einem durchschnittlichen Kalorienbedarf genug. Über die optimale Zusammensetzung der Ernährung mit Fett und Kohlenhydraten wird zwar viel diskutiert, Langzeitdaten zeigen jedoch, wie Reiner Boeing vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam-Rehbrücke erklärt, dass eine hohe Energiedichte das Risiko erhöht, auf Dauer dick zu werden.

Eine Currywurst enthält nach der DFG-Tabelle fast 50 Gramm Fett, ein durchschnittlicher Cheeseburger schneidet mit nur annähernd 15 Gramm gar nicht so schlecht ab. Beim Döner kommt es sehr darauf an, dass nicht zu fettes Fleisch verarbeitet wird. Mit mehr als 600 Kilokalorien ist er im Übrigen kein Snack, sondern eine Hauptmahlzeit. Positiv werten Ernährungsexperten jedoch die kleine Ration Salat und den Klacks Joghurtsauce, die mit ins Fladenbrot gepackt werden. Sie liefern nämlich Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe.

Im Speiseplan sollte zudem Platz für gefäßschonende pflanzliche Öle und den Kalziumlieferanten Milch bleiben, der für die Knochen wichtig ist. Pflanzliche Lebensmittel, also Vollkornprodukte, Obst und Gemüse sollten den Schwerpunkt der Ernährung bilden. Das senkt das Risiko, an Herz-und Gefäßleiden und an Krebs zu erkranken. Fünf kleine Portionen Obst und Gemüse am Tag sollten unbedingt sein: Das ist „Fast Food“ der empfehlenswerten Sorte. Fruchtsäfte gehören auch dazu. Cola und andere Softdrinks schlagen dagegen mit zu viel Zucker zu Buche. Alle Ernährungsvielfalt nützt jedoch wenig, wenn im Alltag nicht genug Bewegung hinzukommt.

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