Zeitung Heute : Gebühren für Kirch

Der Tagesspiegel

VERHANDLUNGEN ÜBER WM-RECHTE Leo Kirch braucht frisches Geld – dringend und viel. Ansonsten droht der Konkurs. Er muss handeln – und verhandeln. Kirch besitzt exklusive Fernsehrechte, etwa für die Fußball-Weltmeisterschaften 2002 und 2006. Teuer hat er sie gekauft, noch teuerer wollte er sie verkaufen. Das gelang bei der WM 2002: ARD und ZDF legten 130 Millionen Euro für 24 Spiele hin. Damals war Kirch in der stärkeren Position. Jetzt ist er schwach, weil er sofort Geld braucht. Ursprünglich wollte er erst 2003 über die WM-Rechte 2006 reden. Kirchs neues Motto: Zeit ist Geld. Die Öffentlich-rechtlichen Sender werden bei den Verhandlungen zwei Absichten verfolgen: günstig einkaufen und Kirch eine Verschnaufpause verschaffen. ARD und ZDF wollen Kirch im Spiel halten, sein Konkurs würde neue, unwägbare Wettbewerber nach Deutschland ziehen. Lieber mit Kirch konkurrieren und verhandeln als mit John Malone und Rupert Murdoch. ARD und ZDF würden Kirch nicht den Marktpreis, sondern einen Überlebenspreis bezahlen – Subvention qua Rundfunkgebühr. Und alle sind froh: Kirch hat Geld, ARD und ZDF haben mehr Rechte für weniger Geld. Nur der Gebührenzahler darf künftig drei Fernseh-Systeme bezahlen: ARD, ZDF – und Kirch. jbh

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