Zeitung Heute : Gedenken an Rabbiner Theomin

Der Tagesspiegel

Frankfurt (Oder)/Slubice. Auf dem ehemaligen jüdischen Friedhof von Frankfurt (Oder) wird am kommenden Montag des berühmten Rabbiners Josef Theomin gedacht. Zum 210. Todestag des Rabbis am 22. April werde es eine Zeremonie geben, teilte ein in New York ansässiges Komitee zur Wiedereinrichtung des Friedhofs am Dienstag mit. Das Gelände gehört seit 1945 zu Frankfurts polnischer Nachbarstadt Slubice, der einstigen Dammvorstadt am anderen Ufer des Grenzflusses. Der auf dem Friedhof bestattete Theomin hatte im 18. Jahrhundert einen berühmten Kommentar zu den für die koschere Küche geltenden Speisegesetzen verfasst. Er war 1781 bis 1782 Rabbiner in der Oderstadt und wird noch heute verehrt. Vor dem Zweiten Weltkrieg war sein Grab ein Wallfahrtsort für jüdische Gläubige.

„Wir wollen Theomin mit einem Kaddisch, dem Totengebet, ehren und laden alle interessierten Deutschen und Polen herzlich dazu ein“, erklärte der New Yorker Rabbi Berel Polatsek. Bereits im Januar hatte das New Yorker Komitee für Aufsehen gesorgt, als es den polnischen Regierungschef Leszek Miller während einer USA-Reise darauf hinwies, dass sich auf dem Friedhofsgelände ein Stripteaseclub befindet. Der Gedenkort werde damit auf besonders krasse Weise entweiht. Wegen des öffentlichen Drucks hatte der Besitzer das Etablissement geschlossen. dpa

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