• Gefälschte Berwerbungsunterlagen: Wie sich Firmen schützen können - Wirtschaftsdetektiv Lotze rät bei Einstellungen zu mehr Vorsicht

Zeitung Heute : Gefälschte Berwerbungsunterlagen: Wie sich Firmen schützen können - Wirtschaftsdetektiv Lotze rät bei Einstellungen zu mehr Vorsicht

Manfred Lotze

Herr Lotze, wie können sich Firmen vor betrügerischen Bewerbern schützen?

Zunächst einmal müssen sie viel genauer hinschauen. Bewerbungsunterlagen sehen dank Computern und leistungsstarken Kopierern heute viel ansprechender aus als früher. Davon darf man sich nicht täuschen oder blenden lassen. Die Unterlagen müssen zudem auf Vollständigkeit, Plausibilität und auch auf Ablauflogik geprüft werden. Die Frage ist etwa: Kann das Ausstelldatum eines Dokuments stimmen? In jedem Fall sollten Personalchefs darauf bestehen, dass der Bewerber beim Vorstellungsgespräch Originale seiner Zeugnisse vorlegt - und nicht bloß Kopien.

Was meinen Sie mit der Forderung nach Plausibilität?

Man sollte im Zweifel nachforschen, ob die Aussteller der Dokumente, also beispielsweise Ausbildungsstätten, tatsächlich existieren und was genau sich dahinter verbirgt; ob Firmen- oder Instituts-Logos korrekt sowie Unterschriften und Diktatzeichen zweifelsfrei sind. So manche bescheinigte Fortbildung entpuppt sich als simple Produktpräsentation.

Eine pingelige Prüfung von Unterlagen erweckt aber doch sofort Misstrauen beim Bewerber. Wer will schon bei so einer Firma anfangen?

Korrekte Bewerber arbeiten jedenfalls lieber mit ehrlichen Kollegen zusammen.

Manche Stellen-Aspiranten geben Referenzen an. Wie sollten Personalverantwortliche damit umgehen.

Zunächst sollten sie Referenzen einfordern, wo sie fehlen. Denn Referenzen sind eine große Chance, die Personalchefs unbedingt nutzen sollten. Man kann auch bei früheren Kollegen oder Mitarbeitern des Bewerbers anklopfen und nachforschen, ob der Kandidat die behaupteten Qualifikationen überhaupt hat. Vielleicht wurde er ja auch weggelobt?

Und wenn man einen Bewerber verdächtigt, etwas vorzutäuschen?

Oft hilft bereits die Bitte um die schriftliche Erlaubnis, alle Angaben von einem Profi überprüfen zu lassen. Meine Erfahrung ist: Die meisten Schwindler geben dann klein bei und ziehen ihre Bewerbung sehr rasch wieder zurück.

Und die ganz Abgebrühten?

Die halten das für einen Bluff und fliegen dann erst recht auf.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben