Zeitung Heute : Gegen Datensalat hilft nur programmierte Intelligenz

IT-Module helfen bei der Steuerung der Geschäftsplanung

Schritt für Schritt. Effiziente IT-Lösungen für Geschäftsprozesse gab es früher nur für Großkonzerne. Diese Zeiten sind längst vorbei. Foto: Baumgarten / vario images
Schritt für Schritt. Effiziente IT-Lösungen für Geschäftsprozesse gab es früher nur für Großkonzerne. Diese Zeiten sind längst...Foto: vario-images

Moderne Informations- und Telekommunikationstechnik kann einem mittelständischen Betrieb im Wettbewerb den entscheidenden Vorsprung verschaffen. Auf der Cebit 2011 wurden einige Neuheiten vorgestellt, mit denen Mittelständler ihre Kosten senken, Einnahmen steigern oder neue Marktsegmente erobern können. Dazu gehören insbesondere neue, auf mittelständische Bedürfnisse zugeschnittene Programme und Internetplattformen.

Sogenannte Business-Intelligence- (BI-) und Business-Analytics-Lösungen liefern Entscheidungsgrundlagen zur Unternehmenssteuerung. Solche Systeme, die wie ein Staubsauger Daten aus allen Ecken des Betriebes ziehen, komprimieren und aufbereitet als Information zur Verfügung stellen, wurden noch vor zehn Jahren fast ausschließlich von Großunternehmen genutzt. Mittlerweile gibt es spezielle BI-Angebote für Mittelständler, mit deren Hilfe sie besser auf schnelle und starke wirtschaftliche Schwankungen reagieren können. „Mittelständler haben zwar besondere Herausforderungen zu bewältigen, agieren aber im gleichen Kosmos wie Konzerne“, sagt Frank Weber, Sales Director für den Bereich Mittelstand bei SAS Deutschland. „Deshalb hilft auch ihnen die schnelle Aufbereitung beispielsweise von Rohdaten aus SAP oder anderen IT-Systemen.“ Aus der riesigen Datenmenge eines Unternehmens könnten mit geringem Aufwand entscheidungsrelevante Informationen gefiltert werden, „die einen erheblichen Mehrwert darstellen“. Die oft bereits vorhandenen Systeme zur Planung der Unternehmensressourcen, egal ob SAP oder Non-SAP, liefern die Rohdaten als Basis für die Ermittlung wertvoller Informationen durch Business-Intelligence- und Business-Analytics-Software. Der Einstiegspreis, mit dem mittelständische Betriebe rechnen müssen, liegt bei etwa 23 000 Euro.

Die kleinen und mittleren Unternehmen gelten als das Rückgrat der deutschen Wirtschaft – im Internet sind bisher aber nur wenige von ihnen aktiv. Nach Angaben der Initiative „Online Motor Deutschland“ haben aktuell erst 58 Prozent der mittelständischen Unternehmen in Deutschland eine eigene Website, 13 Prozent vermarkten ihre Produkte über einen Online-Shop. Das sei zu wenig. „Wer heute keine Website hat, wird nicht gefunden, dann existieren Sie für viele Menschen nicht“, gab Damian Schmidt, Chef des Webhosters Strato, zu bedenken.

Eine immer größere Rolle spielt das mobile Internet. Auch auf der Cebit. Dieses Jahr wurden in Hannover unzählige neue Applikationen für Smartphones vorgestellt. Insbesondere das Thema Couponing, also elektronische Rabattaktionen, mit denen Verbraucher aus dem Internet in den stationären Einzelhandel gelockt werden, ist derzeit „heiß“. Restaurant-, Fitnessclub- oder Parfümerie-Betreiber erhoffen sich durch die Renaissance von Omas Rabattmarke effizientere Werbung und mehr Umsätze. Apropos mobil: Neu ist auch eine webbasierte kaufmännische Software für den Mac („Intrexx Compact“ von United Planet), mit der bis zu 25 Mitarbeiter gleichzeitig Angebote erstellen, Rechnungen schreiben und Gewinne ermitteln können – im Büro, im Home Office und von unterwegs.

Eine nützliche Neuheit ist die Archivierung von E-Mails via Cloud Computing. Sämtliche ein- und ausgehenden elektronischen Briefe werden automatisch in der „Wolke“, also dem Internet, auf sichere Art und Weise gespeichert. Die Firma antispameurope aus Hannover bietet für ihre Archivierungslösung zusätzlich ein Plug-in für MS Outlook, mit dem sich E-Mails in Sekundenschnelle direkt suchen lassen. Suchkriterien: Absender, Empfänger, Betreff, Größe oder Anhang. Geschäftsführer Oliver Dehning nennt die Vorteile der Lösung: „Sie ist kostengünstig, die Firma braucht keine zusätzliche Infrastruktur und kein Know-How, die Flexibilität wächst, und bezahlt wird nur nach tatsächlich genutzter Leistung. Und wächst das Unternehmen, lassen sich problemlos weitere Kapazitäten hinzubuchen.“ Wichtig: Die rechtlichen Vorgaben zur Speicherung geschäftsrelevanter elektronischer Kommunikation werden eingehalten. Revisoren können bei Bedarf auf das Archiv zugreifen. Die IT-Sicherheitsexperten von antispameurope registrieren „eine große Nachfrage“ nach ihrer E-Mail-Archivierungslösung, die für einen 50-Mitarbeiter-Betrieb 90 Euro pro Jahr und Nutzer kostet. Anja Steinbuch

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