Zeitung Heute : Gegendarstellung

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Im Tagesspiegel von Sonntag, den 5. September 2004 , berichtet Ihre Redakteurin Ulrike Simon auf Seite 3 unter der Überschrift „Die Geschichtenmacher“ u. a. über die Recherchegewohnheiten der von der Axel Springer AG verlegten BILDZeitung und insbesondere der BILD-Unterhaltungsredaktion. Mit diesem Bericht verbreiten Sie zahlreiche Falschbehauptungen:

1. Es wird berichtet, die Viva-Moderatorin Charlotte Roche sei einige Wochen nach dem Unfall-Tod ihrer Brüder heimlich fotografiert worden, als sie mit ihrem Freund lachend auf der Straße stand. Kurz danach sei sie von jemandem aus der BILD-Redaktion angerufen worden. Der Journalist habe gesagt: „Entweder, Du gibst uns ein Interview, oder wir machen eine Geschichte, die nicht gut ist für Dich. In der Art ,So tief ist ihre Trauer’, daneben die lachende Charlotte Roche“. Frau Roche habe geschwiegen und Glück gehabt: BILD habe geblufft, das Foto als Druckmittel genutzt, es aber nicht veröffentlicht.

Diese Darstellung ist falsch. Kein BILD-Journalist hat sich gegenüber Charlotte Roche wie zitiert geäußert. Die Redaktion hat das beschriebene Foto auch nicht als Druckmittel benutzt, da sie es nicht besaß und von seiner Existenz auch nichts wusste. Folglich konnte und sollte ein solches Foto auch nicht veröffentlicht werden.

2. Sie berichten, dass Jens Riewa einem befreundeten BILD-Journalisten über angebliche gemeinsame Nächte mit einer Schlagersängerin aufs Tonband geplappert habe.

Das ist falsch. Keiner der beiden BILD- Journalisten, die diese Geschichte gemacht haben, ist oder war mit Jens Riewa befreundet.

3. Sie behaupten, die TV-Moderatorin Sabine Christiansen habe im Auftrag der BILD-Zeitung einen Bericht über ihre Reise in den Gaza-Streifen geschrieben, der sehr Israel-kritisch ausfiel. BILD-Chef Kai Diekmann habe den heiklen Text daraufhin der „BILD am Sonntag“ überlassen.

Dazu stellen wir richtig: Der Auftrag wurde nicht von der BILD-Zeitung erteilt. BILD-Chefredakteur Kai Diekmann hat den Artikel auch nicht wegen seiner Israel-kritischen Aussage der „BILD am Sonntag“ überlassen.

4. Sie behaupten, BILD suche Journalisten für das Unterhaltungs-Ressort, was sich als äußerst schwierig erweise.

Das ist falsch. BILD hat unlängst zwei neue Unterhaltungs-Redakteure eingestellt und sucht derzeit keine weiteren Redakteure. Die Suche nach ihnen war auch nicht schwierig.

Berlin, den 15. September 2004

Rechtsanwalt Prof. Dr. Jan Hegemann für Axel Springer AG

Nach dem Berliner Pressegesetz sind wir zum Abdruck von Gegendarstellungen, unabhängig vom Wahrheitsgehalt, verpflichtet.

Zu 1.: Richtig ist, dass sich kein „Bild“- Journalist gegenüber Charlotte Roche geäußert hat. Dem Tagesspiegel liegt allerdings ein Schreiben eines Mitarbeiters der Presseabteilung von Viva vor, dem Sender, bei dem Charlotte Roche damals moderierte. Darin heißt es: „Kurze Zeit nach dem tödlichen Unfall von Charlottes Brüdern hat sich damals ein ,Bild’-Redakteur bei mir telefonisch gemeldet. Soweit ich mich erinnere, sagte er, er habe zwar Bauchschmerzen bei diesem Anruf, aber er habe mit der Chefredaktion in Hamburg gesprochen und müsste mir Folgendes sagen: Wenn die ,Bild’-Zeitung kein Interview mit Charlotte bekäme, würde die ,Bild’ am nächsten Tag ein Bild von Charlotte bringen und dazu eine Geschichte, die uns nicht gefallen würde. Mir wurde nicht mitgeteilt, um welche Art von Foto oder Geschichte es sich handelt.“

„Bild“ bestreitet bis heute, dass es dieses Gespräch mit diesem Inhalt gegeben hat.

Zu 2.: Der Tagesspiegel hatte anlässlich der Affäre um Jens Riewa im Mai 2002 unter der Überschrift „Explosive Nachrichten“ – unwidersprochen – berichtet: „Riewa hatte schon einiges getrunken, als er dem ihm gut bekannten ,Bild’-Reporter von seiner Liebesbeziehung zu einer Schlagersängerin erzählte.“

Zu 3.: In einem Brief von Kai Diekmann an Sabine Christiansen heißt es zu der Frage, wie es zu der Veröffentlichung gekommen ist, dass „Bild“ kein Interesse an der Veröffentlichung eines Textes hatte. Weiter heißt es zur Idee eines Reisetagebuchs: „Herr Junkersdorf (Mitglied der „Bild“-Redaktion, d. Red.) schlug daraufhin vor, ob Du nicht ein persönliches Reisetagebuch schreiben könntest. (…) Dein Kollege willigte ein (…).“

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