Zeitung Heute : „Gegenschall“ für Heizungs-Brummen Technik ersetzt große Dämpfer

Urban Media GmbH

Hausheizungen können im Winter nicht nur eine Quelle übermäßiger Luftschadstoff-Emissionen sein, sondern auch Störgeräusche verursachen. Sie entstehen durch Turbulenzen des Abgases, die vom Gebläse oder von der eigentlichen Flamme verursacht werden. Vom Kessel aus ziehen sich die störenden Frequenzen - meist handelt es sich um ein Brummen - den Abgaskamin entlang, der für sie einen guten Resonanzraum darstellt. Und von dem Lärm werden in Einzelfällen sogar Nachbarn erheblich belästigt.

Um die Geräusche zumeist tiefer Frequenzen zu verringern, waren bisher größere Schalldämpfer vonnöten - diese waren aber so groß, dass es in manchen Heizungskellern kaum Platz für sie gab. Zudem hielten die Dämmmaterialien darin bei Hitze und Abgasen nicht ewig.

Nun arbeitet die Industrie schon längere Zeit am Einsatz des „Gegenschall“-Prinzips. Hier wird eine Geräuschquelle elektronisch analysiert und über einen Lautsprecher der passende „Gegenlärm“ ausgesandt. Wellen - auch Schallwellen - lassen sich nämlich durch andere beeinflussen. Das kann zur Verstärkung führen, aber auch zur gegenseitigen Auslöschung. Und genau das geschieht hier: Der Schall des Brenners wird getilgt.

Das Fraunhofer Institut für Bauphysik in Stuttgart hat gemeinsam mit der Firma Kutzner + Weber ein solches Gerät entwickelt, das sich mit einer Baulänge von nur 50 Zentimetern so gut wie überall installieren lässt. Es besteht aus einer Metallkassette, in der sich die Stromversorgung, Mikrofon, Verstärker und Lautsprecher befinden. Da das Gehäuse schon gegen Gase und Kondensat abgedichtet sein muss, lässt sich die Technik bei Über- oder Unterdruck einsetzen. gih

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