Zeitung Heute : Gegenwärtige Vergangenheit

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DER FÖRDERER

Ignatz Bubis , von 1992 bis 1999 Präsident des Zentralrats der Juden, hat Charlotte Knobloch in die Spitze des Zentralrates geholt. Auf seinen Wunsch hin wurde sie 1997 Vizepräsidentin. Von Bubis weiß sie auch, was für eine Last dieses Amt sein kann. Nach seiner Kontroverse mit dem Schriftsteller Martin Walser – ausgelöst durch eine Rede, die Walser 1998 anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels zum Thema Erinnerungskultur gehalten hatte und in der er eine „Instrumentalisierung des Holocaust“ ablehnte – bilanzierte Bubis: „Ich habe nichts oder fast nichts erreicht.“

DER MITSTREITER

Salomon Korn , Zentralrats-Vize, hätte wohl selbst Präsident werden können, doch gewollt hat er das nicht. Zusammen mit dem neu gewählten Vizepräsidenten Dieter Graumann soll er die Arbeit von Knobloch unterstützen. Aber stehen die beiden Männer auch wirklich voll und ganz hinter ihr? Die Frage drängt sich auf, wenn man sieht, wie beide die Chefin öffentlich verbessern, wenn sie es für nötig halten.

DER VORGÄNGER

Paul Spiegel hatte sich bei der Wahl Anfang 2000 gegen Knobloch durchsetzen können und leitete den Zentralrat bis zu seinem Tod am 30. April 2006. Er wollte nie eine moralische Instanz sein, wie sein Vorgänger Bubis es war – und wurde es doch. Seine Meinung zu den Themen Antisemitismus, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit war gefragt und geschätzt.

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