Zeitung Heute : Gekostet und für gut befunden

Den Wochenmarkt im Märkischen Zentrum gibt es seit 1970. Mit Vielfalt und Qualität wollen die Händler ihre Kunden überzeugen

Rainer W. During

Im Angebot sind Antiquitäten und Zooartikel, der griechische Feinkostanbieter hat einen Stand wie auch der italienische Bäcker, der türkische Fischhändler und der chinesische Imbiss – und für diese Köstlichkeiten nehmen die Kunden gern auch einen kleinen Weg in Kauf. „Unser Einzugsbereich reicht bis nach Hermsdorf und Frohnau“, sagt Klaus Szlapka. Seine Eltern haben 1970 den Wochenmarkt im Märkischen Zentrum zwischen Wilhelmsruher Damm und Senftenberger Ring gegründet. Seit 1994 leitet er die Geschicke des Marktes.

Trotz des reichhaltigen Angebots haben es die Händler aber nicht leicht, ihre Ware an den Kunden zu bringen. „Der Zuspruch ist zwar gut“, erzählt Klaus Szlapka. „Aber die Leute geben weniger aus.“

Vor einigen Jahren entstand in der Mitte des Platzes ein Springbrunnen sowie die überlebensgroße Skulptur eines Paares mit Regenschirm. Um diesen herum gruppieren sich nun die Händler an mehr als 30 Ständen. Wasser sprudelt dort aber schon lange nicht mehr.

Jürgen Schuricht meint, dass es früher gemütlicher war. Der Spandauer ist der letzte Händler der ersten Stunde, steht hier seit 36 Jahren. Schon der Großvater hatte einen Obst- und Gemüsestand in Weißensee. „Die Nachfrage ist schlechter geworden“, klagt auch der 67-Jährige. Die Supermärkte, die alles unter einem Dach böten und immer länger geöffnet hätten, seien für die Markthändler eine starke Konkurrenz.

Dem hält Schuricht die Qualität entgehen und setzt auf sein umfangreiches Sortiment: Bei ihm gibt es kaum eine Ware, die Ehefrau Elfie nicht morgens auf dem Großmarkt gekostet und für gut befunden hat.

— Marktzeiten: Do. 8-13 Uhr, Sa. bis 14 Uhr

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