Zeitung Heute : Geländewagen: Der Jeep wird 60 Jahre

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Der Jeep feiert Geburtstag -- seinen sechzigsten. Denn im Herbst 1941 begann bei Willys-Overland die Fertigung jenes speziell für das Militär entwickelten Alleskönners, der sich nach Kriegsende als CJ 2A bereits 1945 auch in einer ersten zivilen Version präsentierte. Das war der erste Schritt einer bis heute nicht endenden Geschichte, die besonders eng mit den drei Namen Wrangler, Cherokee und Grand Cherokee verbunden ist.

Die ersten 60 Jahre Jeep feiern die deutschen Chrysler- und Jeep-Händler mit einem ganz speziellen Geburtstagsmodell, dem Jeep Grand Cherokee 60th Anniversary. Der basiert auf dem besonders komfortablen und luxuriösen Grand Cherokee Limited und verwöhnt durch eine Fülle zusätzlicher Ausstattungen, zu denen unter anderem das Navigationssystem MS 3100 von VDO gehört. Außerdem hat das Geburtstagsmodell beleuchtete Edelstahl-Einstiegsleisten, eine lederbezogene mittlere Armauflage, viele zusätzliche Wurzelholz-Applikationen und dezente 60th-Anniversary-Logos außen und innen.

Angetrieben wird das Geburstagsmodell wahlweise von dem drehmomentstarken und besonders sparsamen 3,1-Liter-Fünfzylinder-Turbodiesel mit 103 kW (140 PS) oder dem kraftvollen 4,0-Liter-Sechszylinder mit 140 kW (190 PS). Wer noch mehr Kraft wünscht, kann ihn aber auch mit dem bulligen 4,7-Liter-V8 mit 164 kW (223 PS) bekommen. Er muss dann 97 900 DM auf den Tisch legen, während der 3,1-Liter-Diesel für 89 300 DM zu bekommen ist. Im Vergleich zu entsprechend ausgestatteten Limited-Modellen sind die Geburtstagsversionen, die voraussichtlich von August an verfügbar sind, immerhin rund 8000 DM günstiger.

Die Geschichte des Jeep begann übrigens vor nunmehr 61 Jahren im Juni 1941. Da wurden 135 Autohersteller von der US-Army eingeladen, sich an einem Wettbewerb um die Neukonstruktion eines Allradlers zu beteiligen, der als Ersatz für die bisher eingesetzten Motorräder bis zu drei Soldaten mit Ausrüstung auch in schwierigstem Gelände transportieren sollte, bis zu 88 km/h schnell sein und bei einer Nutzlast von 363 kg maximal 950 kg schwer sein und einen Radstand von höchstens 2,00 Meter haben sollte.

Schwieriger als diese Vorgaben war allerdings die Forderung, ein solches Fahrzeug binnen 75 Tagen zu entwickeln und dabei zugleich 70 Neufahrzeuge abzuliefern. Neben American Bantam Car stellte sich nur noch die Willys-Overland Motors Inc. diesem Wettbewerb - und gewann ihn schließlich - wenn auch mit einer auf 120 Tage verlängerter Entwicklungfrist. Bereits 15 Monate nach der Ausschreibung begann die Serienfertigung des kleinen Vierteltonners, von dem in knapp vier Jahren 637 745 Exemplare gebaut wurden - bei Willys-Overland und parallel dazu auch bei Ford, denn die Willys-Produktionskapazität reichte nicht aus.

Dem 1945 herausgebrachten ersten zivilen Jeep CJ 2A folgten 1947 der Ganzstahl-Kombi Station Wagon 463 sowie - ein paar Jahrzehnte zu früh - der Jeepster und auch zahlreiche Pick-ups. 1952 kaufte Henry J. Kaiser Willys-Overland. Er firmierte das Unternehmen 1963 schließlich in Kaiser Jeep Corporation um. 1970 übernahm American Motors die Kaiser Jeep Corporation. Damals entstand die erste Generation der neuen Baureihe Cherokee. Und kurz bevor Chrysler 1987 American Motors übernahm, wurde 1986 der mächtige mit den militärischen Versionen eng verwandte CJ 7 durch den sportlicheren und leichteren Wrangler abgelöst. So wurden der Jeep Wrangler und der Jeep Cherokee und der auf Cherokee-Basis entwickelte und 1992 vorgestellte luxuriöse Jeep Grand Cherokee die modernen Nachfolger des jetzt sechzig Jahre alten Ur-Jeep unter dem Chrysler-Signet.

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