Zeitung Heute : Gelb und goldig wie der Herbst

Sonnenhüte stehen in frischen bis feuchten Böden gerne mit Sonnenbräuten zusammen

Tassilo Wengel
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Sonnenhüte stehen in voller Blüte – bis zum Frost. Wer diese Pracht im kommenden Jahr erleben möchte, kann jetzt noch bis zum...dpa

Wenn der Herbst Einzug gehalten hat, dann stehen die Sonnenhüte (Rudbeckia) bereits in voller Blüte. Diese attraktiven und reich blühenden Rabattenstauden sollten im Garten nicht fehlen. Sie bieten in Gesellschaft mit anderen spät blühenden Arten bis zum Frost eine unvergleichliche Pracht meist in Gelb, seltener in Purpurrot.

Schaut man sich die Blüten näher an, dann fällt auf, dass die Blume aus Hunderten von Einzelblüten besteht, von denen die mittleren keine Blütenkrone und die äußeren dafür eine lange „Zunge“ haben. Das ist das Merkmal einer Familie, die sich Asterngewächse (Asteraceae), früher Korbblütler (Compositae), nennt und eine der umfangreichsten Pflanzenfamilien ist. Zu ihr gehören so manche Pflanzen, deren Blüten an die Sonne erinnern. Neben Sonnenblumen, Sonnenaugen und Sonnenbraut sind es auch die Sonnenhüte, deren goldener Strahlenkranz weithin sichtbar ist und dem Garten zusätzliche Farbtupfen verleiht.

Von den Sonnenhüten sind einige Arten und Sorten gut für Staudenrabatten, an der Gartengrenze oder im Vorgarten zu verwenden – da sie sich in der Wuchshöhe und Blütezeit voneinander unterscheiden.

In ländlichen Gärten und Bauerngärten ist vor allem die hoch wachsende Fallschirm-Rudbeckie (Rudbeckia nitida) häufig, deren Blüten auf über zwei Meter hohen, drahtigen Stielen förmlich zu schweben scheinen. Die Pflanze stammt von feuchten Plätzen im östlichen Nordamerika, weshalb frischer bis feuchter Boden auch im Garten optimal ist. Neben der Art gibt es einige schöne Sorten, die von August bis Oktober blühen. Die Sorte „Herbstsonne“ entfaltet primelgelbe, bis zwölf Zentimeter Durchmesser erreichende Blüten, die Sorte „Juligold“ bleibt mit 180 Zentimetern etwas kleiner und blüht bereits von Juli bis August goldgelb.

Eine alte Bauerngartenpflanze ist der Schlitzblättrige Sonnenhut (Rudbeckia laciniata) aus Nordamerika. Er ist schon über 200 Jahre in Europa heimisch und gedeiht wild an Flussufern und in Auwäldern. Die Pflanze wird je nach Standort 60 bis 260 Zentimeter hoch und hat tief gelappte Blätter und straff aufrecht wachsende, oben verzweigte Stängel. In den Gärten verwendet man vor allem Sorten, wie „Goldball“, die ihre hellgelb gefüllten Blüten auf über zwei Meter hohen Stängeln trägt. Sie wurde im vorigen Jahrhundert in England gefunden und ist inzwischen auch bei uns sehr verbreitet. Diese robuste Sorte ist leider nicht sehr standfest. Wegen ihrer Schönheit verzichtet man nicht gern auf diese Sorte, weshalb sie am besten an Zäune, vor Gitter oder Mauern gepflanzt wird, um ihr einen gewissen Halt zu geben. Gegebenenfalls kann man die Pflanze auch anbinden.

Standfester ist dagegen die Sorte „Goldkugel“ mit 130 Zentimetern Höhe, die ebenfalls goldgelb gefüllte Blüten entwickelt. Noch niedriger bleibt mit 80 Zentimetern Höhe die Sorte „Goldquelle“. Die zitronengelben Blüten erreichen einen Durchmesser von etwa sieben Zentimetern und sind gefüllt. Wegen der langen Haltbarkeit in der Vase ist diese Sorte eine wichtige Schnittblume. Alle Sorten von Rudbeckia laciniata gedeihen in jedem Gartenboden, entwickeln sich auf feuchten bis nassen Böden besonders prächtig und sollten deshalb bei Trockenheit reichlich gewässert werden.

Eine der wichtigsten Sonnenhüte ist die Goldsturm-Rudbeckie (Rudbeckia fulgida var. sullivantii „Goldsturm“). Ohne sie ist ein Sommergarten heute nicht mehr denkbar, denn neben der Schönheit der Blüten besticht auch die lange Blütezeit. Sie entfaltet vom Juni bis zum September ihre Blüten und gehört deshalb zu den besten Gartenstauden. Außerdem ist sie sehr reichblühend und trägt auf 70 Zentimeter hohen, sparrig verzweigten Stängeln goldgelbe Blüten mit schwarzbrauner Mitte. Sie erreichen einen Durchmesser von zwölf Zentimetern. Als Schnittblume ist die Goldsturm-Rudbeckie nicht haltbar genug, dagegen eignet sich der Dunkeläugige Goldstern-Sonnenhut (Rudbeckia speciosa) sehr gut als Schnittblume. Diese schöne Wildstaude ist ebenfalls sehr reich blühend, wurde aber in der Staudenrabatte durch die großblumige Goldsturm-Rudbeckie etwas verdrängt.

Empfehlenswerte Nachbarn sind für diese verschiedene Sonnenhüte vor allem Sorten der Sonnenbraut (Helenium-Hybride), die von Rot über Goldbraun bis Gelb in verschiedenen Farbnuancen im Handel angeboten werden. Auch hohe Herbstastern wie Raublattaster (Aster novae-angliae) oder Glattblattaster (Aster novi-belgii) sind geeignete Nachbarn, denn sie blühen gemeinsam mit Sonnenhüten bis zum Frost.

Eine andere Sonnenhut-Schönheit ist der Purpursonnenhut (Echinacea purpurea) mit weinroten Blüten, der in den Prärien Nordamerikas vorkommt und sich in den Gärten inzwischen einen wichtigen Platz erobert hat. Die Pflanze wird etwa einen Meter hoch und trägt auf kräftigen Stielen die großen Blüten, die von Juli bis September zahlreich erscheinen. Durch Auslese konnte die Farbpalette der Blüten erweitert werden und reicht inzwischen von Reinweiß („Alba“), Cremeweiß („White Lustre“) über Rosa („Nana“) bis Dunkelrot („The King“). Als interessante Nachbarn können die blau blühenden Kugeldisteln (Echinops ritro), das ausdauernde Schleierkraut (Gypsophila paniculata) sowie die Kaukasus-Skabiose (Scabiosa caucasica) empfohlen werden. Auch mittelhohe graulaubige Stauden und zarte Gräser passen gut in die Nähe des Purpursonnenhutes.

Beste Pflanzzeit für Sonnenhüte ist das Frühjahr von März bis Mai oder der Herbst bis Anfang November. Da die Pflanzen in Töpfen gehandelt werden, kann auch während der Blütezeit gepflanzt werden. Alle Sonnenhüte lieben einen sonnigen Standort, der Boden sollte nicht zu leicht, nährstoffreich und etwas feucht sein. Sie danken dies mit reicherer Blüte. Deshalb sind in längeren Trockenperioden zusätzliche Wassergaben sinnvoll. Damit sich die Pflanzen zu ihrer vollen Schönheit entwickeln, sollten sie über mehrere Jahre am gleichen Standort stehen bleiben. Nur wer Sonnenhüte vermehren möchte, nimmt ältere Pflanzen im Frühjahr aus dem Boden und teilt sie. Der Pflanzabstand liegt zwischen 35 und 40 Zentimeter.

Sonnenhüte sind anfällig für Mehltau. Deshalb: Keine stickstoffbetonte Düngung aber regelmäßiges Düngen und Wässern. Schlimmstenfalls müssen die Sonnenhüte zurückgeschnitten werden. Schnecken haben zumeist keine Freude an Sonnenhüten.

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