Zeitung Heute : Geld zurück

Wie Bewohner auf Mängel reagieren können

Hajo Simons

Kaputte Heizung, feuchte Wände, Schimmel im Bad – das sind die Dauerbrenner, wenn es um Wohnungsmängel und Mietminderung geht. Dem Deutschen Mieterbund (DMB) zufolge dreht sich jede fünfte Beratung der örtlichen Mietervereine um Mängel. Häufig endet die Sache vor Gericht. Zwar hängt jede Gerichtsentscheidung vom Einzelfall ab; doch es gibt einige Grundsätze, an denen sich die Rechtsprechung orientiert.

Grundsätzlich gilt: „Sobald ein Mieter die Wohnung nicht wie vertraglich vereinbart nutzen kann, liegt in der Regel ein Mangel vor“, sagt der Kölner Anwalt Günter Reinert. Dabei fasst die Rechtsprechung den Begriff „Wohnung“ relativ weit: Dazu gehören nicht nur die Wohnräume, sondern auch Treppen, Flure, Speicher, Keller und sämtliche Zugänge. Auch kann der Mieter verlangen, dass Heizung, Fahrstuhl und Durchlauferhitzer funktionieren.

Schon länger akzeptieren Gerichte Lärm, ob aus dem Haus oder der Nachbarschaft, als Mangel, der eine Minderung rechtfertigt. Dabei sei unerheblich, ob der Vermieter dafür verantwortlich ist, sagt Reinert. Wichtig sei nur, dass ein Mangel vorliege.

Der Mieter sollte den Vermieter möglichst umgehend über einen Mangel informieren. „Am besten schriftlich“, rät Reinert. Der Vermieter wiederum muss sich zügig um die Beseitigung des Mangels – etwa durch eine fachgerechte Reparatur – kümmern. Bis der Schaden oder Mangel behoben ist, darf der Mieter die Miete kürzen.

Die Höhe der Minderung hängt von der Schwere des Mangels ab. Orientieren können sich Mieter an Gerichtsentscheidungen in ähnlichen Fällen. Hajo Simons

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