Zeitung Heute : Gelungener Auftritt

Unter Tage oder auf die Bühne? Der Freistaat bietet viele Möglichkeiten – und ein günstiges Leben.

Pretty in Pink. An der Dresdner Hochschule für Bildende Kunst kann man zum Beispiel Maskenbild studieren.Foto: HFBK/Susanne Keichel
Pretty in Pink. An der Dresdner Hochschule für Bildende Kunst kann man zum Beispiel Maskenbild studieren.Foto: HFBK/Susanne...

Wer an der Technischen Universität Freiberg hoch hinaus will, muss unter Umständen auch mal weit hinabsteigen – oder sich zumindest mit Dingen beschäftigen, die von weit unten kommen. Die TU Bergakademie Freiberg (www.tu-freiberg.de) ist die älteste montanwissenschaftliche Hochschule der Welt, gegründet 1765. Jahrhundertelang stand die Stadt am Rande des Erzgebirges im Zeichen des Bergbaus. In den vergangenen Jahren hat Freiberg die Herausforderung des Strukturwandels angenommen – und setzt auf Hochtechnologie und Nachhaltigkeit.

Die TU Freiberg heißt heute „Ressourcenuniversität“ und bildet ihre Studenten in nachhaltiger Stoff- und Energiewirtschaft aus. Im Angebot sind Fächer von Geologie bis Industriearchäologie und Industriekultur.

Die Hochschule zählt zu den außergewöhnlicheren Studienangeboten im Freistaat. Vier große Universitäten (Leipzig, Dresden, Chemnitz, Freiberg), fünf Kunsthochschulen, fünf Fachhochschulen, zahlreiche Hochschulen in privater Trägerschaft sowie die Berufsakademie Sachsen bieten mehr als 300 Studiengänge. Von großen Fächern wie Medizin, Jura und Psychologie bis zu Exoten wie in Freiberg findet sich fast alles. Sachsen ist bei Studierenden populär: Rund 100 000 junge Menschen sind hier eingeschrieben, jeder Zehnte kommt aus dem Ausland.

Die Studenten schätzen vor allem die fehlenden Studiengebühren und die niedrigen Lebenshaltungskosten bei gleichzeitig hoher Lebensqualität. In einer Studie aus dem vergangenen Sommer im Auftrag des sächsischen Wissenschaftsministerium gab ein Großteil der 5800 Befragten diese Aspekte als Hauptmotive für ein Studium im Freistaat an.

Neben den Naturwissenschaften kommt auch die Kultur nicht zu kurz. So macht etwa Leipzig seinem Ruf als Buchstadt alle Ehre. Gleich zwei Hochschulen bereiten auf Berufe rund ums Buch vor: die Hochschule für Grafik und Buchkunst (www.hgb-leipzig.de) und die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur, die den Bachelor-Studiengang Buchhandel/Verlagswirtschaft im Angebot hat (www.htwk-leipzig.de).

Wen es ans Theater zieht, der findet vielleicht an der Hochschule für Bildende Kunst (HFBK; www.hfbk-dresden.de) das Richtige. Hier, in Dresden, gibt es den deutschlandweit einzigen Fachbereich für Theaterausstattungsberufe, an dem man das Diplom in vier Disziplinen machen kann: Kostümgestaltung, Theatermalerei, Maskenbild oder Theaterplastik. Und weil die HFBK viele Kooperationen mit Theatern unterhält, können Studierende schon während der Ausbildung Bühnenluft schnuppern.

Für Bewerber, die musikalisch und handwerklich begabt sind, gibt es an der Westsächsischen Hochschule in Zwickau (www.fh- zwickau.de) ein besonderes Angebot: den Bachelor im Fach Musikinstrumentenbau. Die Anforderungen sind allerdings hoch. Bewerber müssen eine Gesellenprüfung abgeschlossen haben, zum Beispiel als Geigenbauer, und ein selbst gebautes Instrument vorlegen. Wer angenommen wird, kommt in den Genuss eines Betreuungsverhältnis von 1:30 zwischen Lehrkräften und Studierenden. Das sei bundesweit spitze, wirbt die Hochschule auf ihren Internetseiten.

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