GEMÄLDE VON MAX LIEBERMANN„Der Birkenweg“ : Der Weg ist das Spiel

Christina Tilmann

Wie sehr sich Max Liebermann um die Gestaltung seines Wannsee-Gartens Gedanken machte, belegt der Briefwechsel, den er seit 1910 mit Alfred Lichtwark, dem Direktor der Hamburger Kunsthalle führte. Da geht es um eine Vergrößerung zum See hin, um den richtigen Abschluss der Rasenfläche und eben auch um jenes berühmte Birkenwäldchen, das zu einem Hauptcharakteristikum des Liebermannschen Gartens werden sollte. Lichtwark schrieb 1911: „Die Hauptmasse des Gartens ist sehr ruhig und einheitlich, in einem Blick zu übersehen, keine störende Teilung, nur zwei Wege, die nicht als Ornament, als Schlängelband durch die Landschaft flattern, sondern einfache gradlinige Verbindungen sind, einer unter Bäumen, einer offen, und beide ganz bescheiden an den Grenzen des Geländes.“

Die Wiederherstellung des Birkenhains war auch eine der ersten Aktionen, die der Liebermann-Verein nach der Rückerlangung der Villa startete: Die Birken, die kreuz und quer über den graden Weg wachsen und von Liebermann auf vielen Bildern verewigt worden sind, wachsen inzwischen wieder kräftig. Nun widmet die Liebermann-Villa ihre Sommerausstellung dem „Birkenweg“ – mit Ölgemälden, Pastellen und Zeichnungen von Liebermann sowie Vergleichswerken von Paula Modersohn-Becker, Heinrich Vogeler, Max Klinger und Künstlern der Berliner Sezession. Noch einmal Lichtwark: „Ich bin in Gedanken dort und sehe die Gäste auf den Terrassen und zwischen den Birken, gegen das Wasser und im Theepavillon. Es muss herrlich sein bei diesem sonnigen Wetter.“ Auf dass es herrlich werde. Christina Tilmann

Liebermann-Villa am Wannsee, So 27.4. bis So 27.7., tgl. Mi-Mo 10-18, Do 10-20 Uhr, 6 €, erm. 4 €

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