Zeitung Heute : Gemeinsam an die Spitze

Von Kurt Kutzler

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Universitäten sind keine starren Gebilde. Sie sind im Wandel begriffen, auch die TU Berlin. Mit unserer aktuellen strukturellen Schwerpunktsetzung verfolgen wir eine wissenschaftliche Bündelung, die sich an den relevanten ökonomischen und gesellschaftlichen Fragen orientiert. Im Zentrum stehen dabei Information und Kommunikation, Verkehr und Mobilität, Energie, Wasser und natürliche Ressourcen, Gesundheit und Ernährung, Gestaltung von Lebensräumen sowie Wissensmanagement. Vom Präsidenten der TU Berlin initiierte Impulsgruppen erarbeiten dafür spezielle Entwicklungslinien.

Auf erste Erfolge können wir hierbei schon verweisen: Der Kreis „Partner für Innovation“ um Bundeskanzler Gerhard Schröder hat vor wenigen Monaten unseren Vorschlag für ein Kompetenzzentrum „HumanCentric Communications“ positiv bewertet. Hier gehen wir mit der Fraunhofer-Gesellschaft, der Deutschen Telekom und Siemens Hand in Hand und konzentrieren uns auf die Entwicklung nutzerfreundlicher mobiler und vernetzter Technologien. Außerdem wurde vom Berliner Wirtschaftssenator Harald Wolf ein Projektteam gegründet, dem auch Vertreter aus Verbänden, der Telekom und der TU Berlin angehören, um eine aktive Spin-Off-Strategie aus diesem Zentrum heraus zu entwickeln und weitere Partner zu gewinnen.

Auch die Eröffnung der „Deutschen Telekom Laboratories“ am 18. April im Beisein von Bundeskanzler Schröder stärkt unsere Position. Gemeinsam mit uns will die Telekom damit ihre richtungsweisende internationale Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie bündeln. Im TU-Hochhaus am Ernst-Reuter- Platz werden künftig 75 Wissenschaftler aus aller Welt neue Lösungen und Produkte in der Telekommunikation entwickeln. Weitere Partner wie die DaimlerChrysler AG und ein großes deutsches Energieunternehmen werden ähnliche Projekte mit der TU Berlin initiieren.

Auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat ein Zeichen gesetzt: Sie fördert das erste Transatlantische Graduiertenkolleg in Berlin, das den Kern des neu gegründeten „Centrums für Metropolenforschung“ an der TU Berlin bildet. Das Kolleg „Berlin – New York. Geschichte und Kultur der Metropolen im 20. Jahrhundert“ ist eine bisher einmalige Kooperation zwischen der TU Berlin, Humboldt-Universität, Freier Universität sowie der New Yorker Columbia University und der New York University.

Ebenso verstehe ich die Gründung unseres „Zentrums für innovative Gesundheitstechnologien“ als weiteren Schritt zur Umsetzung unseres aktuellen Strukturplanes. Wir schaffen damit einen sichtbaren Kristallisationspunkt im Zukunftsmarkt Gesundheit. Mit Projekten wie „E- Health“, „Digitales Krankenhaus“ oder „Werkstoffe im Zellkontakt“ wollen wir nicht nur wissenschaftliche Impulse geben, sondern auch Arbeitsplätze für die Stadt schaffen.

Ich bin sicher, dass der Erfolg dieser Aktivitäten gerade den Ehrgeiz der neu berufenen, jungen Forscherinnen und Forscher sowie der wissenschaftlichen Mitarbeiter anstacheln wird, um neue Aufgaben in der Verbundforschung zu übernehmen. Es ist diese Einstellung der Wissenschaftler zum Erfolg im Team und zur interdisziplinären Arbeit, aus der die neuen Schwerpunkte der TU Berlin ihre Vitalität beziehen werden.

Der Autor ist Präsident der TU Berlin.

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