Zeitung Heute : Gemeinsam lernen

Lehrer werden auf das neue Schulsystem vorbereitet

Mit Beginn des kommenden Schuljahres wird in Berlin ein Relikt aus Kaisers Zeiten abgeschafft: das dreigliedrige Schulsystem in den Klassenstufen 7 bis 10. Es wird nur noch das Gymnasium geben und eine sogenannte integrierte Sekundarschule. In dieser werden Haupt-, Real- und Gesamtschule aufgehen. Künftig werden also leistungsstarke, weniger leistungsstarke und leistungsschwache Mädchen und Jungen mit und ohne Migrationshintergrund, aus bildungsnahen und bildungsfernen Elternhäusern gemeinsam in einer Klasse lernen.

Wissenschaftlerinnen am Fachgebiet Pädagogische Psychologie unter Leitung von Professorin Angela Ittel haben deshalb eine Fortbildung für Lehrer entwickelt, die eben diese Unterschiede der Schülerschaft zum Thema hat. „Gemis – Gender, Migration und Schule“ heißt die Weiterbildung, die von der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung und dem europäischen Sozialfonds bis 2011 mit 120 000 Euro gefördert wird.

Die sechs kostenfreien Fortbildungsveranstaltungen an der TU Berlin beschäftigen sich unter anderem mit Methoden eines individualisierten und differenzierten Unterrichts, der Interessenförderung durch alltagsbezogene Aufgabenstellung, der Gestaltung von gender- und kultursensiblem Unterricht und der Motivationsförderung. So könnte die Prozentrechnung etwa anhand der Schnäppchenangebote bei H&M behandelt werden, um einen Alltagsbezug zum Lernstoff herzustellen, erläutert Ittel.

An die Fortbildung wird sich Ende des Jahres ihre Evaluation anschließen, denn das langfristige Ziel der Professorin ist es, an der TU Berlin einen Fortbildungsstudiengang für Pädagogen einzurichten.sys

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