Generalsvilla in Berlin-Schönefeld : Denkmal vor dem Abriss

Villa in der Insellage.
Villa in der Insellage.

Dem Bau des Protokollbereichs der Bundesregierung muss voraussichtlich auch ein Baudenkmal weichen. Die so genannte Generalsvilla steht den Plänen im Weg, der Abrissantrag ist gestellt. Dem 1949 nach Plänen des Architekten Georg Hell errichteten zweistöckigen Gebäude, auf dem heute noch Flugzeuge auf dem Weg zur Startbahn vorbeirollen, wird ein besonderer historischer Wert zuerkannt, da es die unmittelbare Nachkriegsarchitektur verkörpert. Laut einem Gutachten wird das Erscheinungsbild der Generalsvilla durch „handwerklich überaus qualitätsvoll verarbeitete, hochwertige Materialien“ bestimmt. Das Erdgeschoss ist vollständig mit Naturstein verkleidet. Der Fußboden besteht aus Marmorplatten, Travertin verziert die Wände. An der Decke hängt ein gewaltiger Kronleuchter. 1950 war der Neubau von der sowjetischen Flugplatzleitung bezogen worden, nachdem die Militäradministration veranlasst hatte, Schönefeld zum Flugplatz auszubauen. Später empfing dann in dem Gebäude für die „Sonderabfertigung für Generale und Persönlichkeiten der Politik und Wirtschaft“ die Führung der DDR ihre Staatsgäste mit Bruderküssen – von Nikita Sergejewitsch Chruschtschow bis zu Fidel Castro. Heute wird die Generalsvilla ganz profan von der Bundespolizei genutzt. Sie soll in einen Neubau

ziehen.

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