Zeitung Heute : Generation 50plus im Weiterbildungsdefizit

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Künftig bestimmen die Alten die Nachfrage, weiß Axel BörschSupan, Direktor des Mannheimer Forschungsinstituts für Ökonomie und demografischen Wandel. Als „Woopies“ (well off old people) oder „Selpies“ (second life people) werden die ergrauten Babyboomer bald neue Produkte und Dienstleistungen verlangen – und auch selbst anbieten. An den Arbeitsplätzen werden nämlich schon im Jahr 2005 die über 50-Jährigen die unter 30-Jährigen dominieren. Das sagen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

Amtlich ist allerdings auch, dass im vergangenen Jahr gerade mal ein Prozent der über 55-Jährigen an Weiterbildungskursen teilgenommen haben. Soweit, so schlecht.

An neuen Konzepten wird bereits gearbeitet. Auch an solchen, die Arbeitsplätze mit geringerer operativer Verantwortung und weniger Stress für die Generation 50plus vorsehen. Dabei hat der Londoner Neurobiologe John Skoyles schon 1999 darauf hingewiesen, dass „expertise capacity“, also Erfahrungswissen, erst im Alter von 40 Jahren heranreift. Managementberater Reinhard Sprenger sagt dazu: „Es braucht Jahre, bis jemand in der Lage ist, für ein betriebliches Umfeld als Führungskraft wirklich wertvoll zu werden.“ Allerdings besitze kein Lebensalter ein uneingeschränktes Primat des Wissens und Entscheidens. Der nachwachsenden Managergeneration empfiehlt Sprenger, sich nicht selbst zu überschätzen: „Natürlich, die schnelle Wirkung ist mit Schaulaufen und hektischem Aktionismus rasch erzielt. Aber was ist mit der Nachhaltigkeit?“ rch

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