Zeitung Heute : Generation Hausfrau

Die Spielerfrauen in der Geschichte der deutschen Nationalmannschaft: mal Muse, mal Heimchen am Herd. Oder Ilka Seeler, stets mit Uwe ein Herz und eine Seele

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Sie ist eine andere Generation Spielerfrau. Deshalb hat Ilka Seeler mit Bianca Illgner, Gaby Schuster oder Martina Effenberg ungefähr so viel zu tun wie Holland mit dem WM-Titel. Die Aufgaben im Hause Seeler waren immer klar verteilt: „Uns Uwe“ spielte Fußball, und Ilka betüdelte ihr „Mäuschen“, wenn er nach Hause kam. Dass die Gattin die Verträge aushandelt, das kam bei den Seelers nicht in die Tüte. „Du willst immer alles entscheiden“, hat dann Uwe dazwischengehauen, wenn die Angetraute mal wieder zu selbstständig daherkam. Die teilweise etwas verklärte Sicht auf ihren Ehemann kann man ihr nach 47 Jahren trauter Zweisamkeit gerne mal verzeihen. „Uwe ist ein Medienprofi geworden, da hat er viel dazugelernt“, diktierte sie den schmunzelnden Journalisten anlässlich einer Ehrenpreisverleihung der Hansestadt in die Blöcke. Vielleicht fallen einem die stammelnden Fernsehauftritte des Gatten nach solch einer langen Zeit auch gar nicht mehr auf. Im Endeffekt will Ilka Seeler jedoch nur, dass es ihrem Uwe gut geht. Dann kann sie auch mal richtig energisch werden und geht zum Beispiel in die HSV-Kabine, um den laschen Millionären die richtige Einstellung einzuimpfen: „Ihr wisst, dass mein Mann am Dienstag Geburtstag hat. Ihr könnt alles machen. Aber bitte verliert nicht gegen Bremen. Dienstag will Uwe schön feiern!“

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