Zeitung Heute : Geschichten voller Hoffnung

Die Hobby-Schriftstellerin Patricia Koelle möchte, dass sich Leser besser fühlen Bei einem Literaturwettbewerb gewann sie eine Buchveröffentlichung

Sonja Pohlmann

Die Holzkiste auf dem Schreibtisch von Patricia Koelle in Waidmannslust ist so groß wie eine Zigarrenschachtel. Sie ist mit Messing verziert, auf dem Deckel prangt ein Anker. Es ist ihre Schatzkiste, darin lagert sie ihre besten Ideen. Koelle ist Hobby-Schriftstellerin. Und immer, wenn sie sich an eine neue Geschichte setzt, nimmt sie einige der rund 150 Zettel heraus, auf denen Szenen beschrieben sind oder Dialoge, die sie beim Einkaufen aufschnappt. Koelle entwickelt diese in ihrer Phantasie weiter.

2005 gelang ihr der Durchbruch, als sie mit ihrer Kurzgeschichte „Der Rollbaum“ bei einem Literaturwettbewerb eine Buchveröffentlichung gewann. „Die Füße der Sterne“ heißt der daraus entstandene Kurzgeschichtenband. Zusätzlich sind ihre Geschichten in mehr als zehn Textsammlungen zu lesen. Meist geht es um Trauer und Tod, auch um Liebe. Fast immer haben die Geschichten ein positives Ende. „Ich will meinen Lesern Hoffnung machen. Wenn sie meine Texte gelesen haben, sollen sie sich besser fühlen als vorher“, sagt die Tochter des emeritierten TU-Raumfahrtprofessors Heinz-Hermann Koelle.

Sechs bis sieben Seiten schreibt Koelle pro Tag. Meistens nachmittags, dann hat sie etwas Zeit. Denn vor allem widmet sie sich ihrem schwerbehinderten Mann, den sie alleine pflegt. Vor zehn Jahren gab sie dafür ihren Beruf als Sozialarbeiterin auf. „Wir sind ein gutes Team, wir geben uns viel Kraft“, sagt Koelle. Ihr Mann sei ihr bester Kritiker. Jede Geschichte darf er zuerst lesen.

Zurzeit verfasst sie ihre Geschichten im Arbeitszimmer. Doch im Frühling zieht sie in den Garten um, in die Laube, in der sie am liebsten schreibt – ihre Schatzkiste nimmt sie dann natürlich mit.

— Patricia Koelle: „Die Füße der Sterne“, Verlag Mein Buch, 225 Seiten, 16,80 Euro

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