Zeitung Heute : Gesundheit: Asbest: Fasern aus dem Fußboden

Während sich Arbeiter bei Sanierungsarbeiten vor Gefahrstoffen schützen, wissen Mieter oder Eigentümer belasteter Häuser oder Wohnungen oft nicht, welchen Risiken sie sich aussetzten. Löcher bohren, kann bereits gefährlich sein: So dienten in der DDR asbesthaltige Leichtbauplatten zur Rekonstruktion von Innenräumen. Asbesthaltige, marmorierte PVC-Fliesen wurden bis Ende der 70er Jahre im Westen verlegt. Man findet sie heute noch in der Gropius-Stadt und in vielen Berliner Behörden. Auch ihre Fasern gelangen erst in die Luft, wenn die Fliese bröckelt oder bearbeitet wird. PVC- Bahnenware mit Asbestpappe auf der Unterseite sind heute selten. Da der Eierkarton-ähnliche Untergrund aber zu fast 100 Prozent aus Asbest besteht, sind sie besonders gefährlich. Die Cushion-Vinyl-Belege krunkeln an den Enden gern hoch und verursachen ohne äußere Einwirkung erheblichen Asbeststaub. Weitere Asbestquellen in Wohnungen sind Öfendichtungen, alte bis Ende der 70er Jahre gebaute Nachtspeicheröfen oder Haushaltsgeräte.

Wer Verdächtiges in seiner Wohnung vermutet, kann eine fingernagelgroße Probe in einer Filmdose an ein zuständiges Labor schicken, die Faserzahl in der Raumluft bestimmen lassen oder die Asbestquelle entsorgen. In einem vorklärenden Gespräch können Sachverständige wie Andreas Fürstenau von Messzelle e.V. meist schon sagen, dass etwa eine Eternitdachplatte aus den 60er Jahren Asbest enthält.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben