Zeitung Heute : GEZ besorgt sich Adressen von Quiz-Teilnehmern

Die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) erhält nach Informationen der TV-Zeitschrift "Hörzu" Adressen von Teilnehmern an TV-Gewinnspielen bei Privatsendern. Professionelle Adresshändler vermieten danach ihre Dateien für einen bestimmten Zeitraum an die GEZ in Köln, die für die öffentlich-rechtlichen Anstalten die Gebühren einzieht.

GEZ-Sprecherin Nicole Blohm bestätigte am Donnerstag, dass die Adressen über einen "Zwischenhändler" gemietet würden. Einen direkten Kontakt zu den Privatsendern gebe es jedoch nicht. Blohm sagte weiterhin, dass sich die Praxis bewährt habe. Rund 60 Prozent der daraufhin von der GEZ angeschriebenen Personen antworteten, etwa 13 bis 15 Prozent meldeten sich auch bei der GEZ an.

RTL und Sat 1 bestritten in dem am Donnerstag vorab von der "Hörzu" veröffentlichten Bericht, Informationen über die Zuschauer weiter zu leiten. "Wir geben keine Adressen ohne Genehmigung der Zuschauer raus", sagte RTL-Sprecher Wolfgang Osinski. "Wir vermieten unsere Zuschauer nicht", meinte Sat 1-Sprecherin Kristina Faßler.

Markus Hintzen, Geschäftsführer des ProSieben-Clubs, bestätigte in der Zeitschrift jedoch, dass Adressen, die der Club bei Kooperationen akquiriere, an die Werbepartner weitergeleitet würden". Diese Praxis sei erlaubt, allerdings wisse kaum ein Zuschauer, dass er dem ausdrücklich widersprechen müsse.

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