Zeitung Heute : Gibt es weibliche Potenz?

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Während die männliche Potenz mit der Erektion steht und fällt, hängt das weibliche Vermögen zum Liebesakt nicht vom punktgenauen Funktionieren eines Körperteils ab. Für Frauen scheint sich die Frage nach Impotenz also gar nicht zu stellen. Und doch können Störungen im weiblichen sexuellen Erleben auftreten, etwa wenn die Vagina nicht ausreichend feucht wird oder die Muskulatur verkrampft. Pharmafirmen sehen ein riesiges Marktpotenzial. Wirkstoffe werden getestet, hauptsächlich solche, die auch beim Mann die Potenz wieder erstehen lassen.

Das ist nicht verwunderlich, spielt doch bei beiden Geschlechtern die Durchblutung eine wichtige Rolle. So wie beim erregten Mann die Schwellkörper des Penis vermehrt von Blut durchflossen werden, so geschieht es mit den Organen im Inneren des weiblichen Beckens. Dies betrifft vor allem die Klitoris, die sich vergrößert und aufrichtet. Zudem weitet sich die vaginale Muskulatur, die Scheide wird feucht.

Die Klitoris wird auch als „Kitzler“ bezeichnet und gilt als das eigentliche Lustorgan der Frau. Die Stimulation der Klitoris kann zum Orgasmus führen. Die Erregnungskurve verläuft zunächst in einem periodischen Auf und Ab. Schließlich spannt sich der Körper stark an, Muskeln ziehen sich zusammen, das orgiastische Glücksgefühl stellt sich ein.

Obwohl die sexuelle Potenz der Frauen mit dem Alter nicht zurückgehen muss, die psychische Gesundheit und das körperliche Wohlbefinden moderner Frauen mit dem Alter sogar eher zunimmt, sinkt die Bedeutung des Sex nach einer Studie des Zentrums für Epidemiologie in Berlin mit den Jahren. Jüngere Frauen haben mehr Lust auf Sex; ihren älteren Geschlechtsgenossinnen geht es weniger um die Häufigkeit als um die Qualität, um Zärtlichkeit etwa.

Die Lustfrage ist für den Viagra-Hersteller Pfizer kein Thema, der konzentriert sich auf jene Störungen, die sich auf mangelnde Durchblutung der Sexualorgane zurückführen lassen, forscht bereits an einer Pille für Frauen, die den Wirkstoff Sildenafil enthält. Die ersten Ergebnisse hält Franziska Theobald, Sprecherin des Pharmakonzerns, für vielversprechend. Nicht auszuschließen, dass das gemeinsame Schlucken der blauen Pille bald zum sexuellen Vorspiel gehören wird. pja

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