Zeitung Heute : „Gigant der Geschichte“

Die Welt würdigt den verstorbenen südafrikanischen Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela.

Eine Skulptur des Ex-Präsidenten Nelson Mandela nahe Howick in Südafrika. 50 Stahlpfeiler ragen neun Meter hoch – ein Sinnbild der Gefangenschaft. Geschaffen hat es der südafrikanische Künstler Marco Cianfanelli, der dem Anti-Apartheid-Kämpfer damit ein Denkmal setzte. In Howick wurde Mandela im August 1962 verhaftet. Foto: Rajesh Jantilal/AFP
Eine Skulptur des Ex-Präsidenten Nelson Mandela nahe Howick in Südafrika. 50 Stahlpfeiler ragen neun Meter hoch – ein Sinnbild der...Foto: AFP

Selten war die Redewendung von der weltweiten Trauer so wahr: Der Tod Nelson Mandelas berührt Menschen rund um den Globus. Binnen wenigen Stunden würdigten Staats- und Regierungschefs das politische Vermächtnis des südafrikanischen Friedensnobelpreisträgers und Nationalhelden. Der 95-Jährige war am Donnerstag nach langer Krankheit in seinem Haus in Johannesburg gestorben.

Mandela wird am 15. Dezember in seinem Heimatort Qunu beigesetzt. Staatschef Jacob Zuma sagte: „Wir werden alle zusammenarbeiten, um für diesen außergewöhnlichen Sohn unseres Landes und Vater unserer jungen Nation die würdevollste Beisetzungsfeier zu organisieren.“ Für kommenden Dienstag ist im Fußballstadion von Soweto bei Johannesburg eine Trauerfeier geplant. Anschließend werden die sterblichen Überreste des Anti-Apartheid-Kämpfers bis zum 13. Dezember in Pretoria aufgebahrt.

Kanzlerin Angela Merkel nannte Mandela einen „Giganten der Geschichte“. Der verstorbene Ex-Präsident Südafrikas sei überzeugt gewesen, „nicht Hass und Vergeltung machen die Welt besser, sondern Versöhnung und friedlicher Wandel“. „Und das hat er gelebt, und deshalb ist er ein Gigant der Geschichte, ein Staatsmann mit einer Botschaft, die in allen Ländern und zu aller Zeit Gültigkeit hat.“ Bundespräsident Joachim Gauck sagte, die Welt habe eine Jahrhundertgestalt verloren.

Auch Papst Franziskus würdigte Mandela. „Ich bete, dass sein Beispiel Generationen von Südafrikanern dazu inspirieren wird, Gerechtigkeit und das Gemeinwohl vor ihre politischen Ambitionen zu stellen“, schrieb er in einem Telegramm an Zuma. Die 28 Europaflaggen vor dem Hauptgebäude der EU-Kommission in Brüssel wurden bis Montag auf halbmast gesetzt. Trauerbeflaggung vor EU- Institutionen ist ausgesprochen selten. Behördenchef José Manuel Barroso und EU-Gipfelchef Herman Van Rompuy nannten Mandela einen der größten zeitgenössischen Politiker.

Mandelas ältester Enkelsohn Mandla Mandela bedankte sich im Namen der Familie: „Ich bin ehrlich dankbar für die nationale und internationale Unterstützung, die unsere Familie während der langen gesundheitlichen Probleme Madibas erfahren hat.“ mis

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