GIPFELTREFFEN DER FEUERWERKERPyronale : Zisch, bumm, aah!

G a Bartels

Mit Schwarzpulver geknallt haben schon die alten Chinesen, doch das bunte Boden- und Höhenfeuerwerk, das Silvester oder an Nationalfeiertagen den Nachthimmel erleuchtet, haben überraschenderweise die Italiener erfunden. Ab dem späten 14. Jahrhundert eroberte die Feuerwerkskunst von dort aus Europa. Und in Japan dienten die erhabenen „Blumen aus Feuer“ sogar religiösen Zwecken.

Staunende Ohs und Ahs aus rund 60 000 Kehlen wird es auch dieses Jahr wieder bei der Weltmeisterschaft der Pyrotechniker, der Pyronale geben. So viel Feuerwerksfreaks fanden sich zumindest im vergangenen Jahr auf dem Maifeld ein, um die Hälse nach der spektakulären Show zu recken. Zum dritten Weltgipfeltreffen der Kunstfeuerwerker sind Teams aus Australien, Italien, Dänemark, Kanada, der Schweiz, Ukraine und Slowakei am Start. Nur die deutschen Böllerprofis knallen außer Konkurrenz. Zum Pflichtteil des krachenden und funkelnden Wettbewerbs gehört ein Feuerwerk mit der Farbvorgabe Orange/Grün und der Musikvorgabe Ballettmusik von Tschaikowsky aus „Schwanensee“ oder „Nussknacker“. Die zehnminütige Kür darf dann zu eigener Musik abgefackelt werden, muss sich aber mit dem Thema „My Country“ befassen. Um diesem patriotischen Augenschmaus folgen zu können, sollten die Jury-Mitglieder Jette Joop und Volker Schlöndorff vielleicht noch mal die beteiligten Landesfarben nachschlagen. Gunda Bartels

Maifeld am Olympiastadion, Fr/Sa 5./6.9., 20.45 Uhr, Einlass Fr 19/Sa 18 Uhr, ab 18 €

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