Zeitung Heute : Gipfeltreffen der Nörgelkultur

REIMZEIT Gerhard Polt und die Biermösl Blosn stehen für die anarchische Seite der Bajuwaren

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Eine schicksalhafte Begegnung, „Verbrüde-

rung“ nennen es die Beteiligten: Seit die Biermösl Blosn 1982 erstmals mit Gerhard Polt auftraten, mühen sich begeisterte Kritiker in allen Bundesländern mit dem bayerischen Zungenschlag ab. Die Brüder Hans, Michael und Christoph Well schöpfen aus dem volks-

musikalischen Fundus ihrer Heimat, um die Gstanzl und Schnaderhüpferl gleichzeitig ironisch zu brechen. Von ihrer anarchischen Grundhaltung zeugen auch die Projekte mit den „seelenverwandten“ Toten Hosen. Nun aber stehen sie erneut mit dem wortgewal-

tigen Polt auf der Bühne – eine perfekte Ergänzung, auch weil die Blosn (Blase, Clique) aus dem Biermoos (Beerenmoor) gern mit tagespolitischen Bosheiten aufwarten. Polt hingegen ist eher der allgemeine Nörgler, zeitlos gültig allüberall. Und so wechseln sich die Nummern ab: ein Polt-Klassiker wie der hier abgedruckte neben auch musikalisch gewagten Stücken mit Gitarre, Alphorn, Akkordeon, Drehleier, Tuba, Maultrommel, Zither, Dudelsack und einem guten Dutzend weiterer Instrumente. Manchmal aber schmeißen sie sich zusammen, dann gesellt sich der ansonsten stoisch am Rande hockende Kabarettist zu den Brüdern und schmettert stimmgewaltige Fantasy-Folklore, die nach Spanien oder Afrika klingt. eNTe

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