Zeitung Heute : Goldene Raubtiere

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Was wird am Wochenende wichtig?

Jetzt ist die Jury dran: Mit der Verleihung der Goldenen und Silbernen Bären geht heute die 55. Berlinale zu Ende. Jurymitglieder wie Franka Potente, Andrej Kurkow und Nino Cerruti wählen den Gewinner aus 22 Wettbewerbsbeiträgen. Vorsitzender des siebenköpfigen Gremiums ist der deutsche Hollywoodregisseur Roland Emmerich. Klare Favoriten gibt es in diesem Jahr nicht: Zu den herausragenden Wettbewerbsbeiträgen zählen Tsai Mingliangs wilder asiatischer Genremix „The Wayward Cloud“, Alexander Sokurows russisch-japanisches Kriegsendzeitspiel „Solnze – The Sun“ und Hany Abu-Assads strenge Erzählung „Paradise Now“ , das die letzten 24 Stunden im Leben zweier palästinensischer Selbstmordattentäter zeigt. Der 1961 in Nazareth geborene Regisseur versucht in der deutsch-niederländisch-französischen Produktion zu ergründen, woher der Hass in den von Israel besetzten palästinensischen Gebieten kommt. Für den Schauspielerinnen-Preis gilt die 26-jährige

Julia Jentsch als Favoritin. Mit ihrer intensiven Darstellung der Sophie Scholl in Marc Rothemunds gleichnamigem Film steht sie konkurrenzlos da. Hollywoodschauspieler Idris Elba , einer der Hauptdarsteller in Raoul Pecks Ruanda-Politdrama „Sometimes in April“, gehört zu den Anwärtern auf einen Silbernen Bären als bester Darsteller. In Umfragen unter deutschen Kritikern liegt außerdem die rätselhafte Berlin-Tragödie „Gespenster“ des Berliner Regisseurs Christian Petzold mit Julia Hummer in der Hauptrolle vorn. Die ausländische Kritik hat auf den Film jedoch mit Befremden und Desinteresse reagiert. Am Sonntag ist Berlinale-Kinotag, an dem noch einmal Festivalfilme für das Publikum gezeigt werden. Tsp

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